Soziale Medien sind zu einem wichtigen Instrument für den Aufbau einer Arbeitgebermarke geworden. Vor allem Tech-Unternehmen müssen sich positionieren, denn der Arbeitsmarkt wird nicht einfacher werden.

Fast jedes Unternehmen hat heute eine Social-Media-Präsenz. Ganz gleich, ob sie Schuhe oder Finanzdienstleistungen verkaufen. Aber das Internet ist nicht nur ein Ort, um Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten, sondern auch, um neue Mitarbeiter zu finden und einzustellen. Bei der Suche nach Talenten ist der Aufbau einer Arbeitgebermarke zum Schlüssel geworden.

Dies gilt auch in Liechtenstein. Das kleine Land ist auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, vor allem aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. In einer von ICO.li durchgeführten Umfrage aus dem Jahr 2020 gaben in Liechtenstein ansässige Digitalunternehmen an, dass es für sie schwierig sei, Mitarbeiter mit exzellenten digitalen Fähigkeiten zu finden und sie für eine Tätigkeit in Liechtenstein zu gewinnen. Social Media Employer Branding könnte helfen.

Welche Plattformen sind die besten?

Das kommt darauf an. Plattformen, die sich auf die Berufswelt konzentrieren, insbesondere LinkedIn, sind wahrscheinlich die ersten, die einem in den Sinn kommen. Das ist jedoch nicht unbedingt richtig. Unternehmen, die einen Designer suchen, sind vielleicht auf Bildplattformen wie Instagram besser aufgehoben und diejenigen, die einen Videofilmer suchen, könnten sich auf YouTube konzentrieren. Der Schlüssel liegt darin, dorthin zu gehen, wo sich potenzielle Bewerber aufhalten.

Auch in Liechtenstein ansässige Unternehmen nutzen zunehmend soziale Medien, um Arbeitgebermarken aufzubauen und neue Talente zu rekrutieren. Das Berufswahlmagazin hat liechtensteinische Unternehmen befragt, was genau sie in den sozialen Medien tun. Hier sind einige Beispiele:

Was Liechtensteins Unternehmen tun

Die liechtensteinische LGT Group, ein Familienunternehmen im Bereich Private Banking und Asset Management, betreibt einen Instagram-Kanal. Nicole Marthy von der LGT sagt, der Kanal gebe Einblicke in die Ausbildungsprozesse der LGT. Dennoch nimmt die LGT keine Bewerbungen über soziale Medien entgegen, obwohl man über LinkedIn oder Xing mit dem Unternehmen in Kontakt treten kann. Für Bewerbungen nutzt die LGT ihre Online-Plattform. Die LGT nutzt Social-Media-Kanäle, insbesondere LinkedIn und Xing, um ihre Stellenanzeigen zu verbreiten.

Ein weiteres Beispiel ist die Liechtensteinische Post. Sandra Gujan, Leiterin der Personalabteilung, sagt, dass das Unternehmen ebenfalls keine Bewerbungen über soziale Medien annimmt, aber die Plattformen zur Verbreitung nutzt, insbesondere LinkedIn. Wenn es um die Annahme von Bewerbungen geht, bevorzugt die Post die E-Mail. Auch Marco Frick von OC Oerlikon Balzers AG sagt, das Unternehmen nutze soziale Medien nur zur Verbreitung von Stellenanzeigen, nehme aber keine Bewerbungen über diesen Kanal an. Giogrio Di Benedetto, CEO der Atelier B&B AG, sagt dasselbe.

Hauptsächlich für Werbung

Insgesamt scheint es, dass Unternehmen in Liechtenstein soziale Medien nutzen, um ihre Stellenanzeigen zu bewerben, nicht aber um Bewerbungen anzunehmen. Das kann in Kombination mit einem digitalen Portal gut funktionieren. Nicole Marthy von der LGT sagt, dass Mitarbeiter und Follower die Stellenanzeigen teilen und so eine hohe Reichweite erzielen. Ein weiterer Vorteil ist, dass potenzielle Bewerber bereits einen Bezugspunkt in ihrem Netzwerk haben, um erste Fragen zu stellen. Marthy hält das für einen großen Vorteil.

Ein weiterer Vorteil des Einsatzes sozialer Medien zum Aufbau einer Arbeitgebermarke besteht darin, dass Arbeitgeber mit ihrer Zielgruppe – in diesem Fall den Arbeitssuchenden – in Kontakt treten und ihre Vorteile erklären können. Da die Unternehmen um die besten Talente konkurrieren, ist jeder Vorteil, den sie bekommen können, willkommen. Vor allem in der Technologiebranche ist der Wettbewerb sehr hart und Arbeitgeber müssen heute mehr bieten als nur einen Gehaltsscheck. Soziale Medien sind ein großartiger Ort für ein Unternehmen, um seine Werte zu vermitteln und zu erklären, warum es ein guter Arbeitsplatz ist.

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