Die deutsche fintech wevest hat angekündigt, eine STO-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen einzuführen. Das Unternehmen hat sich entschieden, Stellar als zugrunde liegende Blockchain zu verwenden.

Die wevest Digital AG ist eine in Berlin ansässige Fintech, die eine Reihe von Bankdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) anbietet, die maximal dem SDAX angehören. Das Unternehmen will eine digitale Plattform bereitstellen, die Investment Banking Services, Wealth Management und Corporate Finance Services kombiniert.

Um ihre Dienstleistungen zu ergänzen, hat wevest nun die Unterstützung von Security-Token-Angeboten angekündigt. Nach dem, was die Firma als „umfangreiche Sorgfalt und Prüfung“ bezeichnete, hat sich wevest für Stellar als die am besten geeignete Plattform für ihr neues Produkt entschieden. 

Einfachheit, Schnelligkeit, Kosteneffizienz: Stellar war „offensichtliche Wahl“

Stellar wird immer beliebter. Die kürzlich angekündigten STOs in Europa, Bitbond in Deutschland oder VMC in den Niederlanden, verwenden alle Stellar als Blockchain ihrer Wahl. Im März kündigte IBM an, dass World Wire – ein globales Zahlungssystem, das in Echtzeit arbeitet, auf Stellar aufbauen würde.

Die Stellar-Plattform ist in erster Linie bekannt für die Erleichterung grenzüberschreitender Zahlungen, intelligente Vertragsvereinfachung, schnelle Transaktionsgeschwindigkeit, niedrigere Kosten und integrierte Compliance-Funktionen. Einige argumentieren, dass diese Eigenschaften von Stellars zur idealen Blockchain für STOs machen, die Ethereum überlegen ist. wevest war nun der letzte, der sich dieser Denkweise anschloss.

Didier Goepfert, Head of Product bei wevest, sagt: „Stellar war eine naheliegende Wahl – es kombiniert Einfachheit, Schnelligkeit, Kosteneffizienz und erfüllt alle unsere Anforderungen. Wir freuen uns, zusammen mit mehreren anderen europäischen Unternehmen dem Stellar-Ökosystem beizutreten, zur Einführung von Blockchain-basierten Produkten beizutragen und KMU einen einfachen und effizienten Zugang zur Eigenkapitalfinanzierung durch elektronische Wertpapiere zu ermöglichen“.

Boris Reznikov, Director of Partnerships bei Stellar, kommentiert: „Die Investitionsplattform von wevest nutzt das, was das Stellar-Netzwerk am besten kann – und ermöglicht so den effizienten Transfer und Austausch von Werten“.

Digitale Bankdienstleistungen auf dem Vormarsch: Attraktives Leistungsversprechen für KMUs

Die Crowdfunding-Gesetze in Deutschland erlauben es einem Unternehmen, Wertpapiere im Wert von bis zu 8 Millionen Euro auszugeben, bevor der Emittent der Bafin einen Prospekt zur Genehmigung vorlegen muss – in Liechtenstein liegt die Schwelle bei 5 Millionen Franken.

Daher sieht wevest die Möglichkeit, den KMU-Sektor der Small-Cap-Unternehmen zu bedienen, indem STOs als einfachere und kostengünstigere Möglichkeit der Kapitalbeschaffung angeboten werden. Das Unternehmen wird ab der zweiten Jahreshälfte 2019 digitale Kredit- und Eigenkapitalemissionen für KMU anbieten.

wevest ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das das Potenzial für digitale Dienste im KMU-Segment sieht. Es gibt eine wachsende Zahl von digitalen ersten Full-Stack-Finanzdienstleistern, die in den Markt eintreten.

Letzte Woche kündigte die Genfer Venture-Capital-Firma Blufolio an, in Yapeal zu investieren, ein Startup-Unternehmen aus Zürich. Yapeal plant die Einführung einer digitalen Bank auf Basis der Blockchain-Technologie, die Small-Cap-Kunden mit begrenztem Budget bedienen wird. Wie wevest plant auch Yapeal, in der zweiten Jahreshälfte 2019 live zu gehen, ausgestattet mit einer von Finma ausgestellten Fintech-Lizenz.

Da Finanzierungslösungen wie Initial Public Offerings (IPOs) für kleinere KMUs zu teuer sind und Banken oft zögern, Unternehmenskredite zu vergeben, könnten STOs zu einem kostengünstigen Mainstream-Finanzierungsinstrument werden. Fast 99% aller deutschen Unternehmen sind mittelständisch geprägt. Damit ist das Wachstumspotenzial vorhanden. Erwarten Sie mehr Firmen wie wevest, die bald auftauchen.

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