Die VP Bank hat eine Uhr tokenisiert, um den Menschen den Prozess und die Vorteile der Tokenisierung zu zeigen. Laut VP Bank besteht ein „überwältigendes Interesse“ an tokenisierten Sammelobjekten wie Kunst oder Uhren.

Die Schweizer Alpen sind für viele Dinge bekannt: spektakuläre Berge, Käse, Uhren und jetzt auch digitale Technologien. Warum also nicht einige dieser Dinge miteinander kombinieren? Letzte Woche hat die VP Bank in Liechtenstein die erste Uhr tokenisiert und damit die Vorteile der Tokenisierung von physischen Vermögenswerten aufgezeigt.

Digitalisierung von Uhren

Das Vintage-Modell „Royal Oak 14802ST“ ist nun auf der Blockchain abgebildet. Der Showcase fand in der Vintage Lounge des Uhrengeschäfts Huber in Vaduz statt. Die besagte Uhr ist seit 30 Jahren im Besitz von Norman J. Huber, Inhaber und Geschäftsführer der Huber Uhren Schmuck Anstalt. Die Uhr existiert noch immer physisch, keine Sorge, aber sie hat jetzt einen digitalen Klon.

„Die Uhr wird immer Teil der Huber-Familiensammlung sein und damit ein Herzstück des Unternehmens bleiben“, sagt Hansjörg Roshard, Uhrmacher und Leiter der Vintage-Abteilung bei Huber. Ziel des Showcases war es, zu zeigen, wie Tokenisierung funktioniert und wie Norman J. Huber von der Abbildung seiner Uhr auf der Blockchain profitiert.

Digitale Rechte an realen Werten

Tokenisierung bedeutet, eine digitale Kopie der Eigentumsrechte an einem Vermögenswert auf einer Blockchain zu erstellen. Dabei kann es sich um das Eigentum an einem digitalen Vermögenswert wie einem digitalen Kunstwerk oder einer digitalen Währung handeln oder um das Eigentumsrecht an einem realen Vermögenswert wie einer Immobilie, einem Kunstwerk oder eben einer Uhr. Das liechtensteinische Blockchain-Gesetz – das TVTG – liefert die rechtliche Grundlage für diese Tokenisierung, welche die rechtliche Verbindung zwischen dem Token und dem physischen Objekt garantiert.

Im Falle der Uhr stellen die Token die Eigentumsrechte dar, die es dem Token-Inhaber erlauben, die Uhr zu besitzen. Mit anderen Worten: Der Inhaber der Token ist auch der rechtliche Eigentümer der Uhr. Es ist so, als würde man das Eigentum an der Uhr auf Papier festhalten, nur eben in einem digitalen Format. Das bringt verschiedene Vorteile mit sich.

Vorteile der Tokenisierung

Durch die Aufzeichnung von Eigentumsrechten auf einer Blockchain werden diese leicht übertragbar, d. h. der Eigentümer kann die Rechte an der Uhr im digitalen Raum ohne physischen Austausch von Dokumenten einfach übertragen. Das Eigentum wird auch teilbar, d. h. mehr als eine Person kann das Recht an der Uhr besitzen. Beispielsweise könnte der Uhren-Token in 1.000 Token aufgeteilt werden, so dass 1.000 Token-Inhaber die Uhr gemeinsam besitzen können.

Durch die Aufzeichnung der Eigentumsverhältnisse in einer Blockchain wird die Speicherung auch sicher. Wenn beispielsweise der ursprüngliche Besitzer verstirbt, können die Token problemlos auf die nächste Generation übertragen werden. Außerdem wird so Transparenz geschaffen. Im Falle der Uhr haben die Token-Besitzer in Echtzeit einen Überblick über ihre Positionen im eBanking der VP Banks, in den Vermögensauszügen und in den Steuerberichten. Das macht die Verwaltung ihrer Sammlung so einfach wie die Kontrolle ihres Bankkontos.

„Umfragen zu unseren Tokenization Services bei Grosskunden zeigen ein überwältigendes Interesse an Sammlerstücken wie Kunst oder Uhren“, erklärt Thomas von Hohenhau, Leiter Client Solutions der VP Bank. „Nach der Tokenisierung des ersten Gemäldes im vergangenen Dezember haben wir sofort spannende Kundenanfragen erhalten. Die Kunden schätzten den Ansatz der VP Bank, der Innovation und Tradition als vertrauenswürdige Privatbank verbindet“, so von Hohenhau.

Bild: © VP Bank