Die VP Bank mit Sitz in Liechtenstein hat in mehreren Schweizer Zeitungen eine Stellenanzeige veröffentlicht, um mehr als 20 IT-Positionen zu besetzen. Die Suche nach Talenten ist Teil der „Strategie 2026“ zur digitalen Transformation des Instituts.

Die VP Bank, eine der grössten Banken Liechtensteins, ist auf der Suche nach IT-Spezialisten. Laut einer Stellenanzeige in mehreren Schweizer Zeitungen sucht die Bank mehr als 20 IT-Experten für verschiedene Funktionen.

Die Suche nach Talenten umfasst:

  • ein Projektleiter für das digitale Banking,
  • ein Leiter für IT-Finanzanwendungen,
  • Spezialisten für Datenanalyse und Regulatory Affairs,
  • IT-Mitarbeiter für Compliance,
  • Entwickler für Avaloq,
  • andere Software-Ingenieure und einige mehr.

Insgesamt werden mehr als zwanzig IT-Spezialisten und Führungskräfte gesucht. Dies bei einem aktuellen IT-Personalbestand von rund achtzig Personen, wie ein VP-Sprecher bestätigte.

Interne Entwicklung vs. Outsourcing

Werner Raschle, CEO und Inhaber von Consult & Pepper, dem Personalberatungsunternehmen, das die Rekrutierungsinitiative der VP Bank betreut, sagt, der Umfang des Suchauftrags sei für ein Unternehmen dieser Grösse nicht ganz ungewöhnlich. „Ich habe in den letzten zehn Jahren keine so hohe Nachfrage nach Informatikern und Ingenieuren gesehen wie heute“, sagt er.

Die plötzliche Suche nach IT-Talenten deutet aber auch auf einen strategischen Wechsel innerhalb der Bank hin. Seit CEO Paul Arni und der Verwaltungsrat im vergangenen Herbst intern eine neue IT-Strategie mit der Bezeichnung „Strategie 2026“ angekündigt hatten, wurde über die praktischen Auswirkungen dieser Strategie diskutiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage, ob die Bank internes digitales Know-how aufbauen oder weitgehend auf Outsourcing setzen würde.

Die jüngsten Stellenausschreibungen deuten darauf hin, dass die Bank zumindest einen Teil ihrer IT-Initiativen intern durchführen wird. Sicherlich ein Zeichen der Erleichterung für viele interne Mitarbeiter der Bank, die über ihre Arbeitsplatzsicherheit spekuliert hatten.

Strategie 2026

Ein VP-Sprecher soll gegenüber dem Blog Inside Paradeplatz erklärt haben: „Die IT-Strategie der VP Bank ist das zentrale Fundament unserer gruppenweiten ‚Strategie 2026′ […] Die digitale Transformation hin zum Open Wealth Service Provider erfordert eine hohe technische Kompetenz.“

„Die VP Bank investiert deshalb gezielt in ihre IT-Dienstleistungen und -Fähigkeiten und setzt dabei sowohl auf strategische Kooperationen mit externen, spezialisierten Technologieunternehmen als auch auf interne IT-Kompetenz. Dabei bauen wir auf unsere bestehenden exzellenten personellen Ressourcen auf, investieren aber gleichzeitig in neue Teamkompetenzen rund um neue Technologien.“

„Die offenen Stellen in unserer IT-Einstellungsinitiative spiegeln diese Bemühungen wider. Sie zeigen, dass wir mit unserer IT-Strategie planmässig vorankommen und damit gleichzeitig die Basis für neue strategische Projekte schaffen.“

Die VP Bank steht unter Druck, ihre digitale Transformation zu beschleunigen – wie so ziemlich jede andere Bank auch. Im COVID-Jahr 2020 hat die Bank einen starken Gewinnrückgang von 74 auf 42 Millionen Franken zu verzeichnen. Grund dafür war nach Angaben der Bank ein einmaliger Kreditverlust.

Nun liegt es an Arni und Raschle, ein starkes IT-Team aufzubauen, das der Herausforderung gewachsen ist. Beide waren bereits von 2008 bis 2012 Mitglieder des Management-Teams der Credit Suisse Schweiz. Es wird nicht einfach sein, die richtige Expertise zu finden, denn IT-Talente werden derzeit überall gesucht.

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