UBS und Credit Suisse schließen Filialen. Die Zukunft des Bankgeschäfts ist digital, und das bedeutet, dass die physische Filiale überflüssig wird.

Die Banken stehen unter enormem Druck. Das Niedrigzinsumfeld drückt auf die Gewinne, und FinTechs greifen die Wertschöpfungskette der Banken an. Challenger-Banken, digitale Kreditplattformen, Robo-Advisors, Wealth-Management-Plattformen und Low-Cost-Broker bieten Produkte und Dienstleistungen an, die billig, schnell und effizient sind und es den Banken schwer machen, zu konkurrieren.

Und dieser Druck wird in absehbarer Zeit nicht verschwinden. Die Generation der Millennials übernimmt das Geldmanagement von ihrer Eltern-Generation und fühlt sich wohler im Umgang mit digitalen Tools. Millennials sind auch besser über Finanzen informiert, da ihnen umfangreiche Online-Ressourcen zur Verfügung stehen. Das macht auch Berater mehr und mehr überflüssig. Was ist also die Zukunft des Bankwesens?

Filialen verschwinden

Das Herzstück des kundenzentrierten Bankgeschäfts war früher die Bankfiliale. Die Tatsache, dass Bankkunden ihre Geschäfte am Schalter, von Angesicht zu Angesicht mit ihrem Banker, abwickeln konnten, war früher das Top-Argument, warum die Menschen noch Banken brauchen. Aber das hält der Realität nicht stand. Immer weniger Menschen nutzen überhaupt noch Bankfilialen, denn Online-Anbieter stellen immer häufiger einen hochwertigen Kundenservice zur Verfügung.

Die Auswirkungen davon sind überall sichtbar, denn die physischen Bankfilialen beginnen zu verschwinden. Die Schweizer Bank UBS hat gerade angekündigt, 44 von 140 Filialen in der Schweiz zu schließen – vor allem die kleineren Filialen wie Arosa und Lenzerheide. Die Filialen in Chur, Buchs, Altstätten, Heerbrugg und Bad Ragaz bleiben geöffnet. Ein Personalabbau ist nach Angaben der Bank nicht geplant.

Auch die Credit Suisse kündigte an, die Zahl der Filialen zu reduzieren. Die Bank sagte, sie wolle bis 2020 Kosten in Höhe von 400 Mio. CHF einsparen, was auch die Schließung von physischen Filialen einschließt. Diese Einsparungen würde die Bank nach eigenen Angaben in ihre Digitalisierungsbemühungen investieren.

Und das ist in anderen europäischen Ländern nicht anders. Die Commerzbank, die zweitgrößte Bank in Deutschland, kündigte kürzlich an, ihre Filialen von 790 auf 450 zu reduzieren. Außerdem will die Bank zusätzlich 1,7 Milliarden Euro in ihre digitale Infrastruktur investieren.

Vorwärts bewegen

Da haben Sie es also. Das Aufrechterhalten von physischen Filialen ist keine Stärke des traditionellen Bankensektors mehr; es wird zu einer Schwäche. Die Kosten sind zu hoch, die Margen zu niedrig und die meisten Kunden brauchen sie ohnehin nicht mehr. All das Geld sollte besser in das digitale Banking fließen, denn dort liegt die Zukunft.

Eine Studie hat kürzlich gezeigt, dass die Banken in der Schweiz und in Liechtenstein im Vergleich zu ihren europäischen Mitbewerbern recht weit fortgeschritten sind, was digitale Strategien angeht. Die Herausforderung besteht jedoch darin, diese Strategien in die Tat umzusetzen. Eine Möglichkeit wäre es, sich mit FinTechs zusammenzutun und Synergien zu nutzen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die meisten Banken, die versucht haben, ihre eigenen FinTech-Lösungen intern zu entwickeln, gescheitert sind. Der bessere Weg ist, FinTechs ins Boot zu holen, die die Technologie bereits entwickelt haben, indem man sie entweder aufkauft oder ihre Produkte nutzt. Die Bank der Zukunft ist eine Plattformbank, die alle möglichen digitalen Angebote vereint und dem Kunden die bestmöglichen Lösungen anbietet.

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