Nie zuvor war internationale Zusammenarbeit so wichtig wie heute. Die Hochschule Liechtenstein intensiviert ihre Bemühungen und hat kürzlich zwei Auszeichnungen für Projekte erhalten, die zum digitalen Geschäftsumfeld Liechtensteins beitragen.

Im Oktober führten wir eine Umfrage unter liechtensteinischen Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen durch und befragten sie nach ihrer Meinung über das liechtensteinische Geschäftsumfeld. Obwohl die Umfrageteilnehmer insgesamt ein positives Bild zeichneten, wurde kritisiert, dass es an qualifizierten Mitarbeitern mit digitalen Fähigkeiten und an Ausbildungsmöglichkeiten mangelt.

Die Hochschule Liechtenstein versucht seit geraumer Zeit, den Menschen Möglichkeiten zum Erwerb digitaler Fähigkeiten anzubieten. Wie in den meisten innovativen Branchen spielen auch die Hochschulen eine Schlüsselrolle bei der Digitalisierung und der Entwicklung von Industry 4.0-Technologien. Zwei Projekte zeigen, wie die Hochschule Liechtenstein zur digitalen Agenda des Landes beiträgt.

Online-Lernmodule für Geschäftsprozessmanagement

Die Abteilung Wirtschaftsinformatik hat von der liechtensteinischen Agentur für Internationale Bildung (AIBA) eine Auszeichnung für ihr Projekt „Online Learning Modules for Business Process Management (BPM) Advanced Higher Education“ erhalten. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt mit führenden BPM-Forschungsinstituten der Universität Münster, der VU Universität Amsterdam, der Copenhagen Business School und der Universität Wien.

Das Projekt befasst sich mit dem wachsenden Bedarf an in BPM ausgebildeten Experten. Die Studenten untersuchen Möglichkeiten, die Effizienz von Geschäftsprozessen zu verbessern, zum Beispiel durch Automatisierung oder Digitalisierung. BPM wird zu einem immer wichtigeren Teil der internationalen Managementausbildung und ist der Schlüssel zur Innovation.

Ziel des Projekts BPM_Online war es, innerhalb eines Netzwerks führender BPM-Forschungseinrichtungen die BPM-Ausbildung für Führungskräfte in ganz Europa zu etablieren. Gemeinsam entwickelten sie einen Referenzlehrplan für die BPM-Exekutivausbildung, der von Bildungseinrichtungen in ganz Europa zur Beschleunigung der BPM-Ausbildung genutzt werden kann.

AIBA prämierte auch das Erasmus+-Programm der Universität, ein Austauschprogramm für Studenten, die in anderen Ländern studieren und ihr Wissen in ganz Europa austauschen können. Seit 2014 hat die Universität Liechtenstein mehr als 100 Erasmus+-Projekte organisiert, an denen Studierende teilnehmen können. AIBA erwähnte insbesondere die Projekte „Organisation der Mobilität“ und „internationale Credit-Mobilität“.

Digitale Bildung findet hauptsächlich im privaten Sektor statt

Unsere Studie vom Oktober zeigt, wie wichtig es für digitale Unternehmen ist, Zugang zu Talenten und innovativen Bildungseinrichtungen zu erhalten. Während andere Branchen von viel etablierteren Bildungsressourcen profitieren können, müssen digitale Unternehmen ihre Mitarbeiter oft selbst schulen. Der Grund dafür ist, dass weder Schulen noch Universitäten großartige Ausbildungsmöglichkeiten in digitalen Fertigkeiten anbieten. Die meisten dieser Fertigkeiten sind entweder zu neu, um einen Platz in den traditionellen Bildungssystemen gefunden zu haben, oder so schnelllebig, dass die schulische Ausbildung oft veraltet ist.

Die Zusammenarbeit der Hochschule Liechtenstein mit internationalen Partnern bei digitalen Projekten ist ein ausgezeichneter Schritt in die richtige Richtung. Abgesehen von der Hochschule können sich digitale Unternehmen in Liechtenstein nach Ausbildungsmöglichkeiten im privaten Sektor umsehen. Ein Beispiel ist die Digital Hunter Akademie, die digitale Verkaufs- und Beratungskompetenzen vermittelt. Und es gibt viele weitere solcher Beispiele.

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