UNICEF Schweiz und Liechtenstein möchte das Vertrauen in seine Website und den Umgang mit Daten durch eine digitale Zertifizierung verbessern.

Wenn man Geld für wohltätige Zwecke spendet, ist Vertrauen der Schlüssel. Vertrauen in die Menschen, die Institution und das Vertrauen in die Prozesse. Die Zuversicht der Spender, dass ihr Geld dort ankommt, wo es hingehört, ist die wichtigste Grundlage für die Finanzierung von Wohltätigkeitsorganisationen. Folglich ist es ein massives Problem, wenn das Vertrauen verloren geht. UNICEF ist ein Paradebeispiel dafür.

Verschiedene Abteilungen der Organisation waren in den letzten Jahren in mehrere Kontroversen verwickelt. Oft ging es dabei um die falsche Verwaltung von Geldern und Spenden. Im Jahr 1995, dem „schlimmsten Skandal in seiner Geschichte“, gab UNICEF bekannt, dass Mitarbeiter in Kenia 10 Millionen Dollar gestohlen oder falsch verwaltet hatten. In den späten 2000er Jahren sah sich UNICEF Deutschland mit Vorwürfen der Misswirtschaft, des Missbrauchs und der Verschwendung von Geldern konfrontiert. Mehr als 5.000 Spender zogen damals ihre Unterstützung zurück, darunter auch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Jahr 2012 bestätigte UNICEF Betrug bei einem Schulsanierungsprojekt in Pakistan, bei dem rund 4 Millionen US-Dollar verloren gingen.

Digitales Vertrauenssiegel

Im Wissen um die Bedeutung von Vertrauen und in Anbetracht der Geschichte von UNICEF ist es eine kluge Idee für UNICEF Schweiz und Liechtenstein, in Vertrauensbildung und Transparenz zu investieren. Die Organisation ist die erste Non-Profit-Organisation, die mit dem Digital Trust Label zertifiziert wurde und sich für mehr Transparenz und Vertrauen im Spendenprozess einsetzt. „Für UNICEF Schweiz und Liechtenstein sind Transparenz und Spendervertrauen essentiell“, heisst es in der Medienmitteilung.

Im digitalen Zeitalter, in dem es immer schwieriger wird zu verstehen, was genau mit den im Internet geteilten Daten geschieht, wird Vertrauen noch wichtiger. Damit sich die Nutzer der Website sicher fühlen, haben sich UNICEF Schweiz und Liechtenstein mit dem Digital Trust Label zertifizieren lassen.

„Es ist uns ein zentrales Anliegen, dass sich die Unterstützerinnen und Unterstützer von UNICEF Schweiz und Liechtenstein darauf verlassen können, dass ihre Daten sicher behandelt werden und unser Spendenprozess den höchsten Standards der digitalen Verantwortung entspricht“, sagt Bettina Junker, Geschäftsführerin von UNICEF Schweiz und Liechtenstein.

Das Digital Trust Label wurde im Januar 2022 von der Initiative Digital Schweiz lanciert und zählt bereits einige namhafte Kunden, darunter Swisscom und Credit Suisse. Mit wefox konnte das Label kürzlich sein erstes Unternehmen ausserhalb der Schweiz gewinnen.

Doris Leuthard, alt Bundesrätin und Präsidentin der Initiative Schweiz Digital, sagt: „Wir sind stolz, mit UNICEF Schweiz und Liechtenstein die erste Non-Profit-Organisation und mit wefox den ersten europäischen Anwendungsfall für das Digital Trust Label zu haben. Die Marktführer der Zukunft sind Organisationen, die digitale Verantwortung leben.“

Mehr Transparenz bei der Mittelverwendung

Digitale Technologien können das Vertrauen in vielerlei Hinsicht stärken. Würden zum Beispiel Spenden und deren Verwendung in einer Blockchain aufgezeichnet, könnten Spender jederzeit wissen, wohin das Geld fließt – und Wohltätigkeitsorganisationen könnten jederzeit nachweisen, wie das Geld ausgegeben wurde. Digitale Zertifizierungen von Dritten sind sicherlich ein guter Weg, um das Vertrauen in die Datensicherheit zu stärken. UNICEF könnte noch einen Schritt weiter gehen, um das Vertrauen in Spenden und Zahlungsströme zu stärken.

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