Die liechtensteinische Bevölkerung ist der Meinung, dass das Land bei der Digitalisierung von Staat und Wirtschaft gute Fortschritte gemacht hat. Sorgen machen sich die Menschen über Themen wie Cybersicherheit, Wettbewerb am Arbeitsplatz und Datensicherheit.

Laut einer aktuellen Umfrage des Liechtenstein-Instituts stehen die meisten Befragten der Digitalisierung positiv gegenüber. Das Forschungsinstitut befragte im Auftrag von digital-liechtenstein.li Ende 2022 700 Personen nach ihrer Meinung zum digitalen Fortschritt. Während die Digitalisierung insgesamt positiv gesehen wird, sehen die Befragten auch Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten. Hier sind die interessantesten Antworten und Trends.

Generell positiv

Liechtenstein hat nach Ansicht der Befragten im Vergleich zu anderen Ländern einen ausreichenden Digitalisierungsstand erreicht. Die meisten Befragten sind überzeugt, dass die Digitalisierung vieles einfacher macht. Allerdings sehen Personen, die im digitalen Bereich arbeiten, den digitalen Fortschritt Liechtensteins generell skeptischer als Personen, die sich nicht für die Digitalisierung interessieren.

Besser als die Nachbarländer

Im Vergleich zu Nachbarländern wie Deutschland oder Österreich steht Liechtenstein nach Meinung der Befragten generell gut da. Der digitale Reifegrad der Wirtschaft und des Staates wird generell positiv bewertet, wobei es deutliche Unterschiede gibt. Eine relative Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass die staatliche Verwaltung digital hinterherhinkt. Das Beispiel Deutschland zeigt jedoch, dass es noch schlimmer sein könnte: 98 Prozent sind dort der Meinung, dass die staatlichen Dienstleistungen nicht ausreichend digitalisiert sind.

Cyber-Bedrohungen

Ein Bereich, in dem die meisten Befragten gerne Verbesserungen sehen würden, ist der Schutz vor Cyber-Bedrohungen. Rund drei Viertel sind der Meinung, dass hier Handlungsbedarf besteht. Aufsehen erregende Hacks wie der Angriff auf die Server der Universität Liechtenstein im vergangenen Jahr haben die Aufmerksamkeit für Cyber-Bedrohungen erhöht. Auch die liechtensteinische Polizei hat ihre Anstrengungen zur Bekämpfung der Internetkriminalität verstärkt.

Eine zentrale Anlaufstelle

Fast zwei Drittel der Befragten sprechen sich zudem für eine zentrale Anlaufstelle für alle digitalen Fragen aus. Die liechtensteinische Regierung und verschiedene Initiativen haben zwar digitale Plattformen und Foren ins Leben gerufen, auf denen sich die Menschen über digitale Themen informieren können, eine zentrale Anlaufstelle gibt es aber nicht.

Automatisierung und Beschäftigung 

Die meisten Menschen scheinen keine Angst davor zu haben, ihren Arbeitsplatz in naher Zukunft an Maschinen zu verlieren. Die Mehrheit der Befragten erwartet, dass sich die Digitalisierung positiv auf die Beschäftigung auswirken wird. Rund 40 Prozent gehen davon aus, dass die Automatisierung mittelfristig zu Arbeitsplatzverlusten führen wird, gleichzeitig erwarten aber fast ebenso viele, dass neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen werden.

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