Nach mehr als zwei Jahren des Wartens führt TenX endlich seine kryptografische Visa-Karte in Europa ein. Liechtenstein dient dabei als Basis, da die FMA eine E-Geld-Lizenz ausgestellt hatte, die TenX problemlos in andere EWR-Mitgliedsländer übertragen kann.

TenX, eine Blockchain-Zahlungs- und Walletanwendung aus Singapur, gab bekannt, dass seine Krypto-Visa-Karte nun für Benutzer in Deutschland und Australien erhältlich ist. Die Einführung wird durch eine E-Geld-Lizenz unterstützt, die die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) 2019 erteilt hat.

Das Unternehmen gab bekannt, dass es im Juni 2019 eine E-Geld-Lizenz von der FMA erhalten hat. Eine offizielle Bekanntmachung der liechtensteinischen Regierung bestätigte diesen Anspruch und begrüsste TenX in Liechtenstein. „Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) hat TenX eine E-Geld-Konzession mit Bedingungen und Auflagen erteilt“, heisst es in der Bekanntmachung vom 12. Juni 2019.

Doch trotz der offiziellen Ankündigung wurde TenX nicht in das Register der FMA für lizenzierte E-Geld-Institute in Liechtenstein eingetragen. Dies hatte damals für Verwirrung gesorgt.

„TenX ist immer noch nicht im offiziellen Register aufgeführt, weil sie nicht alle Bedingungen, zu denen die Konzession erteilt wurde, weitergegeben haben. Es ist möglich, dass TenX sie nie weitergeben wird und nie eine offiziell registrierte Lizenz erhält“, schrieb ein Reddit-Benutzer. „TenX rollt jetzt seine Karte in Europa aus…hmmm, nicht ganz…“, sagte ein anderer.

Register zeigt TenX-Lizenz gültig ab November 2019

Die Diskussion hat nun ein Ende. TenX ist im offiziellen Register (aktualisiert am 28. Februar 2020) als „TenX Payments Europe AG“ aufgeführt. Das Unternehmen besitzt eine Lizenz unter der ID 252199, die ab dem 05. November 2019 gültig ist. Zu den TenX lizenzierten Zahlungsdiensten gehören:

  • Dienste, die Barabhebungen von einem Zahlungskonto ermöglichen
  • Überweisung von Geld
  • Ausführung von Zahlungstransaktionen
  • Ausführung von Zahlungsvorgängen, bei denen die Mittel durch eine Kreditlinie gedeckt sind
  • Ausgabe von Zahlungsinstrumenten und/oder Akquisition von Zahlungsvorgängen

TenX-Karte jetzt in Deutschland und Österreich erhältlich

Das Unternehmen kündigte auch an, dass es endlich seine Kryptokarten verteilen werde, auf die die Benutzer schon lange gewartet haben. Nachdem TenX im Jahr 2017 über ein ICO satte 80 Millionen Dollar gesammelt hatte, hatte es sich vorgenommen, „Krypto-Währungen jederzeit und überall ausgabefähig zu machen“, indem es Bitcoin mit einer Visa-Debitkarte mit der realen Welt verband. Doch 2018 setzte Visa seine Kartenausgabe WaveCrest aus, was zu Verzögerungen führte, und ein Jahr später hatte TenX seine Versprechen immer noch nicht eingelöst.

Seit Anfang 2019 ist die Karte in Asien erhältlich, und das Unternehmen hat nun seine in Liechtenstein ansässige E-Geld-Lizenz genutzt, um sie auch in Europa verfügbar zu machen.

„Es hat lange auf sich warten lassen, und wir sind froh, dass das Warten für unsere deutsche und österreichische Gemeinschaft ein Ende hat. Viele von ihnen haben die Karte für 2017 bestellt“, schreibt TenX. „Wenn Sie eine bestehende Vorbestellung haben, beachten Sie bitte, dass Sie noch eine Kontoüberprüfung durchführen und Ihre Kartenbestellung bestätigen müssen. Wir können es kaum erwarten, Ihnen Ihre Karte zu schicken.“

Liechtenstein als Basis für die europaweite Einführung von Produkten

TenX hatte keinen guten Start, aber es scheint, dass die Dinge endlich zusammenkommen. Die TenX-Geschichte zeigt auch die Macht Liechtensteins als Stützpunkt für die Expansion nach Europa. Da das Land Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ist – im Gegensatz zur benachbarten Schweiz – können Unternehmen wie TenX ihre Lizenzen in andere EWR-Mitgliedsländer übertragen.  Dadurch können sie Produkte und Dienstleistungen anbieten, ohne zusätzliche regulatorische Probleme zu haben.

Bild: ©shutterstock