Die Telecom Liechtenstein stellt wichtige digitale Infrastruktur bereit. CEO Aldo Frick sprach mit der lokalen Nachrichtenseite Vaterland Liechtenstein über den aktuellen Stand der Dinge.

Die Telecom Liechtenstein ist zu 100 Prozent in Staatsbesitz und stellt kritische digitale Infrastruktur in Liechtenstein bereit. 2020 war kein gutes Jahr für das Unternehmen, und 2021 wird noch schwieriger werden. Die Telecom Liechtenstein wird ab 2021 aufgrund eines regulatorischen Effekts Einnahmen von mehr als einer Million Franken pro Jahr verlieren. Da die Glasfasernetze LKW gehören, wird die Telecom auf einen Teil der Wertschöpfungskette verzichten müssen. LKW diktiert den Preis. Zudem brechen die Umsätze im Kerngeschäft ein.

Dennoch zeigt sich Frick mit dem Geschäftsjahr 2020 zufrieden. Unterm Strich hatten wir eine sehr erfreuliche Ergebnisentwicklung in einem durchaus schwierigen Marktumfeld. Mit dem starken Wachstum in den neuen Geschäftsfeldern konnten wir den Rückgang im Kerngeschäft kompensieren“, sagte er.

Wachstumstrends IoT und Homeoffice

Frick wies darauf hin, dass die Telekom im IoT (Internet of Things) ein Feld sieht, in dem das Unternehmen Einbussen im Kerngeschäft kompensieren kann. Stark wachse auch der Schweizer Markt, wo die Telecom bereits mehr Mobilfunkkunden habe als in Liechtenstein – ein Trend, der sich in Zukunft noch verstärken werde.

Ein weiterer Weg, die Profitabilität zu steigern, ist die Digitalisierung. „Die Telecom Liechtenstein ist mit ihrem Transformationsprogramm auf Kurs und konnte das Jahr 2020 besser als geplant meistern. Das Jahr 2021 wird jedoch zusätzliche Herausforderungen bringen. Neben dem nach wie vor sehr schwierigen Marktumfeld werden sich auch die regulatorischen Anpassungen im Bereich der Terminierungsentgelte negativ auswirken, und auch die Auswirkungen der Pandemie werden das Wachstum in den neuen Geschäftsfeldern belasten.“

Zu den digitalen Trends erklärte Frick, dass die Corona-Pandemie den Trend zum Home-Office deutlich verstärkt habe, was die Nachfrage nach Telefonie-, Internet- und Datenleitungen bei Telecom Liechtenstein erhöht habe. Er sagt, dass die Telecom Liechtenstein diese Nachfrage ohne Probleme bewältigen konnte, dank der „Investitionen, die in der Vergangenheit getätigt wurden.“

Hürden für die 5G-Entwicklung

Angesprochen auf die Entwicklung von 5G in Liechtenstein, sagt Frick, er sei überzeugt, dass 5G viele Vorteile biete und die Basis für neue Dienste in der Zukunft bilden werde. Aber: „Eine wirtschaftlich und technisch sinnvolle Umsetzung eines leistungsfähigen 5G-Netzes ist mit den aktuellen Rahmenbedingungen für alle Betreiber sehr schwierig. “

Ein Hindernis ist, dass die effektive Feldstärke pro Betreiber an den meisten Senderstandorten aufgrund der vorgeschriebenen Standortkoordination nur etwa ein Drittel im Vergleich zur Schweiz und ein Dreissigstel im Vergleich zum WHO-Grenzwert beträgt. Das heisst, es werden mehr Antennenstandorte benötigt. Ein daraus resultierender Wildwuchs an Sendestationen findet möglicherweise keinen Rückhalt in der Bevölkerung.

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