Die Schweiz hat eine App gestartet, die den digitalen Impfpass anzeigt. Künftig könnten Reisende ihren Impfstatus vor der Einreise in ein anderes Land nachweisen müssen. 

Digitale Tools werden immer wichtiger, um die COVID-Pandemie in Liechtenstein zu bekämpfen. Jetzt kann man sich sogar digital den Blasiussegen geben lassen – wenn man katholisch ist, versteht sich. Pfarrer Josef hat die Liechtensteiner Gemeinde am 3. Februar per Video gesegnet.

Auch viele der eher irdischen Herausforderungen werden inzwischen mit digitalen Werkzeugen angegangen. Eines dieser Werkzeuge ist der digitale Impfpass, der unter www.meineimpfungen.ch zu finden ist, eine App, die von verschiedenen Verbänden wie dem Gesundheitsministerium, der Apothekerkammer und einigen Heilpraktikern unterstützt wird.

Wissen Sie, wo Sie Ihren Impfpass aufbewahren? Im Moment? Wenn nicht, unterscheiden Sie sich nicht sehr von vielen anderen Menschen da draußen. Wenn Sie nicht einmal wissen, was das ist, dann ist es ein kleines gelbliches Buch, in das der Arzt bei jeder Impfung einen kleinen Aufkleber klebt. Wenn die Leute älter werden, bekommen sie weniger Impfungen, und sie werfen nur noch selten einen Blick in dieses kleine Buch.

Das könnte sich bald ändern. Es könnte sein, dass wir bei jeder Flugreise den Nachweis erbringen müssen, dass wir gegen COVID geimpft wurden, vielleicht sogar, wenn wir ein Restaurant betreten wollen. Wohl wissend, dass es viele verschiedene Meinungen zu diesem Thema gibt, ist es nicht nötig, weiter darauf einzugehen. Eines ist jedoch sicher: Sollten wir jemals unseren Impfstatus nachweisen müssen, ist ein digitaler Impfpass sehr praktisch.

Digitaler Impfpass

Auf www.meineimpfungen.ch können sich Nutzer mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren und anmelden. Der Benutzer kann seinen Datensatz erstellen, indem er den Impfstoff, den er erhalten hat, und den Arzt, der ihn verabreicht hat, auswählt. Es ist möglich – wenn auch freiwillig -, die Impfaufzeichnungen von Fachleuten überprüfen zu lassen. Der digitale Datensatz zeigt den Impfstatus an, und eine Warnung erscheint, wenn eine Nachimpfung fällig wird. Der Zugriff auf die App ist mobil möglich, was auf Reisen praktisch ist.

Es ist auch möglich, der App mitzuteilen, wenn ein Nutzer eine Reise ins Ausland plant, wenn er zur einer Risikogruppe gehört – zum Beispiel wegen häufiger Reisen in bestimmte Gebiete – oder wenn eine Krankengeschichte vorliegt. Die App schlägt dann bestimmte Impfungen vor, die zum Risikoprofil des Nutzers passen.

Österreichische Grenze für Liechtensteiner ohne Testergebnisse geschlossen

Dass der Reiseverkehr weiter eingeschränkt wird, zeigt sich bereits bei der Einreise von Liechtenstein nach Österreich. Seit letzter Woche müssen Reisende einen negativen COVID-Test vorweisen. Dazu müssen sie zunächst über ein digitales Formular bestimmte Angaben machen. Ohne vorherige Registrierung über das Pre-Travel-Clearance Online-Formular (www.sozialministerium.at/PTC-Formular-de) können sie nicht nach Österreich einreisen.

Auch hier wird der Großteil der Registrierung und Vorabklärung nun digital durchgeführt, was viel effizienter ist als ein papierbasiertes System. In Zukunft wird es wahrscheinlich so sein, dass Reisende ihre Impfunterlagen anstelle eines Tests vorlegen können. Dann wäre es gut, dass alles in einem digitalen Format zur Verfügung steht.

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