Der Rechtsstreit zwischen der US-Börsenaufsicht SEC und Ripple könnte europäische Anleger treffen. Die Liechtensteiner Anwaltskanzlei Scheiber Attorney at Law bietet Investoren an, sich für ein Sammelverfahren anzumelden.

Der Rechtsstreit zwischen Ripple und der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) hat in der Krypto-Branche für viel Wirbel gesorgt. Die SEC sagt, dass XRP ein unregistriertes Wertpapier sein könnte. Unter Berufung auf den Securities Act von 1993, die SEC behauptet, XRP könnte gegen das Gesetz verstoßen haben.

Darüber hinaus sagte die SEC auch, dass Ripples Executive Chairman Chris Larsen und CEO Brad Garlinghouse die Verstöße unterstützt haben könnten und möglicherweise 600 Millionen Dollar an persönlichen Gewinnen aus nicht registrierten Verkäufen von XRP gemacht haben, berichtet BTC Echo.

Die Klage könnte europäische Investoren betreffen

Die Behauptungen der SEC haben bereits verheerende Auswirkungen auf Ripple gehabt. Während es früher die drittwertvollste Kryptowährung nach Marktkapitalisierung war, fielen die Preise nach Beginn des Rechtsstreits deutlich. Außerdem wurden Partnerschaften gekündigt, der Handel von XRP in den USA wurde auf einigen Plattformen ausgesetzt und einige Investoren forderten ihr Geld zurück.

Inzwischen hat XRP wieder an Wert gewonnen, aber der Ausgang des Rechtsstreits bleibt ungewiss. Sollte Ripple verurteilt werden, könnte der Kurs sofort fallen, was auch für europäische Investoren Konsequenzen hätte.

Was Scheiber vorschlägt

Die in Liechtenstein ansässige Anwaltskanzlei Scheiber hat angekündigt, die Interessen der europäischen Ripple-Anleger zu vertreten. Aufgrund der „EU/EWR-Prospektverordnung 2017/1129“ könnte XRP auch in Europa ohne einen gebilligten Wertpapierprospekt gehandelt worden sein, was zu Haftungsansprüchen gegen Ripple führen könnte. Das glaubt zumindest die Anwaltskanzlei Scheiber. Da Liechtenstein auch Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ist, gilt auch hier die EU-Prospektpflicht.

Rechtsanwalt Scheiber empfiehlt Anlegern, schnell zu handeln. „Die Verjährungsvorschriften des europäischen Prospektrechts sind auf nationaler Ebene geregelt. Unter Umständen kann auf der Grundlage der SEC-Beschwerde argumentiert werden, dass der Beginn der Verjährungsfrist – auch in Europa – am 23.12.2020, dem Datum der SEC-Beschwerde, beginnt. In manchen Fällen gibt es sehr kurze Verjährungsfristen, so dass ein schnelles Handeln manchmal empfehlenswert ist“, schreibt die Kanzlei.

Um etwaige Haftungsansprüche gegen Ripple durchsetzen zu können, bereitet die Kanzlei ein Sammelverfahren vor, für das sich XRP-Besitzer hier anmelden können. Scheiber empfiehlt eine Feststellungsklage wegen eines möglicherweise fehlenden Wertpapierprospekts. Die Anwälte werden zunächst versuchen, eine außergerichtliche Einigung mit dem kalifornischen FinTech zu erzielen, indem sie beispielsweise Haftungsanerkenntnisse oder Verjährungsverzichte erwirken.

Die Eintragung bei Scheiber kostet ERU 99. Scheiber sagt: „Aufgrund der großen Zahl ähnlicher Fälle und Geschädigter können wir diese außergerichtlichen Leistungen zu einem reduzierten Pauschalpreis anbieten.“

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