Laut der maltesischen Finanzaufsicht ist die Binance nicht berechtigt, in Maltas Kryptowährungsbereich zu operieren. Das hat ein Gespräch über die Regulierungsaufsicht der Binance ausgelöst.

Wenn es um den Tauschhandel geht, stösst die Idee der Dezentralisierung bald an ihre Grenzen. Zumindest muss eine Börse irgendwo auf der Welt registriert werden und einem Regulierungsregime unterliegen.

Deshalb waren viele überrascht, als die maltesische Finanzaufsichtsbehörde (MFSA) Anfang des Monats behauptete, dass sie die Krypto-Währungsumtausch-Börse Binance nie für den Betrieb im Land zugelassen hat.

Am 21. Februar gab die MFSA eine öffentliche Erklärung heraus, in der sie erklärte, dass Binance „von der MFSA nicht autorisiert ist, im Bereich der Kryptowährung zu operieren.“ Die Agentur verwies auf Medienberichte, die die Binance fälschlicherweise als „in Malta ansässige Firma für Kryptowährung“ bezeichneten, und sagte, die Krypto-Börse „könne nicht in den Bereich der Regulierungsaufsicht fallen.“

Binance ist nicht nur eine weitere Krypto-Börse, sondern gemessen am Handelsvolumen eine der weltweit führenden Krypto-Börsen. Irgendwo sollten sie ihren Sitz haben, nicht wahr?

Wo ist die Binance, wenn nicht in Malta?

Im März 2018 kündigte Binance die Eröffnung eines Büros in Malta an. Das war kurz nachdem sie mit den Regulierungsbehörden in Japan zusammengestossen war, wo sie zuvor versucht hatte, eine Präsenz zu errichten. Heute ist jedoch nicht klar, ob Binance immer noch ein Büro in Malta betreibt oder wo sich ihr Hauptsitz überhaupt befindet.

Josh Goodbody, Binance’s Director for Growth and Institutional Business, wird auf Coindesk zitiert: „Da wir ein so dezentralisiertes Unternehmen betreiben, gibt es darauf keine klare Antwort – wo wir regulierte Unternehmen betreiben, haben wir dort Teams angesiedelt.

Ende letzten Jahres, nachdem angebliche Binance-Büros in China von der Polizei durchsucht worden waren, dementierte Binance Berichte und sagte: „Das Binance-Team ist eine globale Bewegung, die aus Menschen besteht, die dezentralisiert arbeiten, wo auch immer in der Welt sie sich befinden. Binance hat keine festen Büros in Shanghai oder China, daher macht es keinen Sinn, dass die Polizei irgendwelche Büros durchsucht und geschlossen hat.“

Ebenso twitterte CEO Changpeng Zhao: „Büro und Hauptquartier sind alte Begriffe wie SMS und MMS. Die Zeit geht weiter…“

Die Zeit mag zwar weitergehen, aber die Börsenkunden wollen immer noch wissen, dass sie es mit einem gesetzeskonformen Gegenüber zu tun haben.

Hinzu kommt, dass die regulatorische Unsicherheit zu einem Zeitpunkt kommt, an dem die Binance auch an anderen Fronten Probleme hat. Im Mai kam es zu einer Sicherheitslücke, gefolgt von Anschuldigungen wegen Scheingeschäften im weiteren Verlauf des Jahres. Gerade am 19. Februar gab es ein weiteres „unerwartetes technisches Problem“, das die Binance zwang, den Handel einzustellen.

Binance hat kein Büro und keine Plattform in Liechtenstein

Mitte Februar berichteten wir, dass die geplante Binance-Niederlassung in Liechtenstein nicht zustande kommen würde. Das Projekt wurde ursprünglich im August 2018 mit dem Ziel angekündigt, eine regulierte Handelsplattform in Liechtenstein zu lancieren. Gleichzeitig wollte die Binance angeblich auch ein Team von 10 bis 15 Personen in Liechtenstein lancieren. Bis heute hat Binance auch in Liechtenstein kein offizielles Büro.

Es bleibt abzuwarten, wie die Kunden von Binance reagieren werden. Die MFSA sagte in ihrer Ankündigung auch, dass sie derzeit prüft, ob „Binance in Malta Aktivitäten hat, die möglicherweise nicht in den Bereich der Regulierungsaufsicht fallen“.

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