Open-Banking-Technologien verändern die Bankenbranche, auch das Wealth Management. Markus Werner von der LGT hat kürzlich Einblicke in die Pläne der Bank gegeben.

Open Banking ist kein neuer Trend. Es geht um Technologien, die es Dritten ermöglichen, über Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) auf Bankdaten wie Transaktionsdaten oder Risikodaten von Banken und anderen Finanzinstituten zuzugreifen. Open Banking hat die Entwicklung von Fintech ermöglicht, da Technologieanbieter nun Apps von Drittanbietern anbieten können, ohne selbst alle Daten von der Quelle zu sammeln.

Ein neuerer Trend ist Open Wealth. Er vereinfacht Open-Banking-Lösungen für Vermögensverwalter, um umfassendere Dienstleistungen schneller und zu geringeren Kosten anbieten zu können. Für die in Liechtenstein ansässigen Banken, von denen viele an der Spitze der globalen Vermögensverwaltung stehen, wird Open Wealth in den nächsten Jahren ein wichtiger Trend werden. In der Tat ist dies bereits der Fall.

Die Pandemie hat die digitalen Trends beschleunigt

Eine der liechtensteinischen Banken mit Fokus auf Open Wealth ist die LGT. Markus Werner, Leiter Intermediärgeschäft bei der LGT, sagte in einem Interview mit Finews, dass mehrere Banken, darunter auch die LGT, begonnen haben, sich „intensiv mit Open Wealth zu beschäftigen“.

Wealth Management ist seit 30 Jahren ein zentraler Pfeiler in der Strategie der Bank und umfasst Dienstleistungen für Vermögensverwalter, Multi-Family Offices, Fondsgesellschaften, Treuhandgesellschaften und Anwaltskanzleien.

Die Digitalisierung in diesem Bereich ist schon seit einiger Zeit im Gange, aber die Pandemie hat den Trend beschleunigt. Werner sagt, dass die digitale Zusammenarbeit in dieser Zeit sehr gut funktioniert hat. „Wir hatten bereits die meisten digitalen Tools im Einsatz, zum Beispiel MS Teams. Unser neu entwickeltes Online-Banking für unabhängige Vermögensverwalter war beim Ausbruch der Pandemie bereits voll einsatzfähig, was sehr hilfreich war“, sagt Werner.

Dennoch hat die Pandemie die Bank dazu gezwungen, Prozesse, die bisher physisch liefen, ab 2020 schneller auf digitale Lösungen umzustellen und dabei agilen Prinzipien zu folgen.

Standardisierung und Cybersecurity

Werner verweist auf mehrere Entwicklungen, die in den nächsten Jahren entscheidend sein werden. Ein Ziel ist es, standardisierte Schnittstellen zwischen der Bank, den verschiedenen Finanzintermediären und IT-Dienstleistern zu schaffen. Über diese Schnittstellen können Vermögensverwalter Kundendaten von ihrer Bank beziehen und liefern, diese automatisch in ihren Systemen verarbeiten, Wertpapierpositionen elektronisch abgleichen, Transaktionen digital auslösen, Kundenprofile aktualisieren und Konten eröffnen.

„Diese Standardisierungsbestrebungen werden die Entwicklungs- und Betriebskosten sowie die Implementierungsfristen sowohl für Vermögensverwalter als auch für Depotbanken massiv reduzieren“, so Werner gegenüber Finews.

Ein weiterer Trend ist die Cybersecurity. Open Banking bringt neue Risiken mit sich, insbesondere im Bereich des Datenschutzes. „Für uns als Partner der Vermögensverwalter ist der Schutz der Kundendaten fundamental“, so Werner.

Die LGT arbeitet mit der OpenWealth Association zusammen, um die Möglichkeiten von Open Wealth zu erhöhen und gleichzeitig die Sicherheit zu verbessern. Weitere Produkte und Dienstleistungen sind geplant. Er erwartet, dass dieser Markt schnell wachsen wird. „Wir sehen diese Entwicklung als grosse Chance für die LGT und werden weiter in die Verbesserung unseres Angebots für unsere Partner investieren“, so Werner.

Bild: (c) LGT