Die Mason Privatbank Liechtenstein AG reiht sich in die Riege der in Liechtenstein ansässigen Banken ein, die digitale Vermögensdienstleistungen anbieten. Die Bank hat, mit der in Hongkong ansässigen Hex Trust, eine Partnerschaft für die digitale Vermögensverwahrung unterzeichnet.

Die Mason Privatbank ist eine von vielen Banken in der Region, die begonnen hat, digitale Vermögensdienstleistungen anzubieten, und weitere werden wahrscheinlich folgen. COVID mag für die Welt ein Rückschlag gewesen sein, aber es hat die Digitalisierung vorangetrieben, auch in der Finanzindustrie. Die Banken wissen bereits, dass sie ihre Geschäftsmodelle digitalisieren müssen, und jetzt hat der Druck zugenommen.

Hubert Büchel, Chief Markets Officer bei der Mason Privatbank, sagt: „Wir sehen eine immer grössere Nachfrage von Vermögensverwaltern und Investoren, die ihre Portfolios diversifizieren und in digitale Vermögenswerte investieren wollen. Ein Trend, der sich angesichts der aktuellen Marktturbulenzen nur noch verstärkt hat. Unser Ziel ist es, unseren Kunden eine regulierte, aber reibungsloses Cold Storage digitaler Vermögenswerte in Bankenqualität anzubieten, und deshalb arbeiten wir mit Hex Trust zusammen.“

Büchel selbst trat im vergangenen Juli in die Bank ein, nachdem er die Bank Frick verlassen hatte, die erste Bank in Liechtenstein, die sich im Blockchain-Banking engagiert hat. Im Oktober 2019 kündigte die Mason Privatbank eine Partnerschaft mit Own an, um Fundraising-Dienstleistungen auf Blockchain-Basis anzubieten.

Custody-Dienstleistungen für High-Net-Worth-Clients und Institutionen

Die Mason Privatbank bietet diese digitalen Verwahrungsdienste ihren High-Net-Worth-Clients in Europa und Asien an, die in digitale Vermögenswerte investieren, insbesondere in Kryptowährungen, Stablecoins und Sicherheits-Token. Da es sich bei diesen Kunden meist um Anleger des Typs „Buy-and-Hold“ und nicht um Day-Trader handelt, hat die Bank das am wenigsten invasive Integrationsniveau von Hex Trust gewählt.

„Wir haben keine Day-Trader in unserem Kundenstamm“, sagte Büchel. Das bedeutet, dass die Kunden der Bank nicht viele Geschäfte ausführen werden und keine Depotlösung für aktive Händler benötigen. Künftig könnte sich die Bank auch über eine SWIFT-Integration mit Hex Trust verbinden oder der Treuhandgesellschaft ermöglichen, Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) zu entwickeln, die direkt mit dem Kern der Bank verbunden sind.

Die Partnerschaft wird es den Kunden auch ermöglichen, sich mit Drittanbietern zu verbinden, die Krypto-Lending, Staking, Borrowing und Trading anbieten können. „Unser Ziel ist es, eine Verbindung zwischen der traditionellen Asset-Welt und dem digitalen Asset-Ökosystem zu schaffen“, sagte Alessio Quaglini, CEO von Hex Trust.

Wird es in Zukunft noch mehr geben?

Die Partnerschaft zwischen der Mason Privatbank und Hex Trust ist auf vielen Ebenen spannend. Erstens stärkt sie die Verbindung zwischen dem digitalen Asset-Ökosystem Liechtensteins und Hongkongs. Mason Financial Holdings, die Muttergesellschaft der Bank, hat ihren Sitz ebenfalls in Hongkong.

Zweitens plant die Mason Privatbank Liechtenstein laut Büchel, ihre Dienstleistungen sowohl kryptofokussierten Privatanlegern als auch Vermögensverwaltern, die ihre Portfolios diversifizieren wollen, anzubieten. Damit rückt die Mason Privatbank auf die Landkarte der Blockchain-Banking-Anbieter in Liechtenstein.

Die Partnerschaft kann auch als Auftaktveranstaltung für eine Expansion von Hex Trust in Europa verstanden werden. Das Unternehmen plant, seine Reichweite in ganz Europa mit Niederlassungen in Italien und Deutschland im Jahr 2020 weiter auszubauen. Hex Trust wurde von der deutschen Finanzaufsichtsbehörde (BaFin) bereits provisorisch zur Erbringung von Krypto-Custody-Dienstleistungen zugelassen und bewirbt sich derzeit um die Krypto-Custody-Lizenz in Deutschland.

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