Die Liechtenstein-Gruppe hat ihre forstwirtschaftlichen Kompetenzen durch eine Beteiligung an der Firma Forest Mapping Management erweitert.

Abholzung ist ein Thema, über das wir oft im Zusammenhang mit Regenwäldern lesen, aber es ist auch ein Problem in Europa. Durch Kriege in der Vergangenheit und in den Jahrzehnten nach der Industrialisierung hat Europa einen großen Teil seiner Wälder verloren. Heute ist die Europäische Union mit jährlichen Einfuhren im Wert von 142 Milliarden Euro der weltweit größte Händler von Agrarprodukten. Zu diesen Importen gehören Rohstoffe wie Palmöl, Rindfleisch, Kakao, Kaffee und Soja, die in den Erzeugerländern für die Abholzung der Wälder verantwortlich sind.

Das Salzburger Unternehmen Forest Mapping Management (FMM) will die Wiederaufforstung mit digitalen Technologien unterstützen. Die Liechtensteiner Gruppe (LIECO) hat sich nun an dem Unternehmen beteiligt und macht damit einen wichtigen Schritt, um die Digitalisierung in der Forstwirtschaft mitzugestalten.

Hintergrund

LIECO ist ein führender Anbieter von Forstpflanzen und forstwirtschaftlichen Dienstleistungen in der DACH-Region. Sie ist der Investmentarm der Familie Liechtenstein, zu der alle Unternehmen des Fürstenhauses gehören. Die Forstwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle in den Geschäfts- und Investitionsinitiativen der Gruppe.

Im Jahr 2020 übernahm LIECO die P & P und die F.O Lürssen GmbH und wurde damit zum führenden Forstpflanzenanbieter in der DACH-Region mit sechs Produktionsstandorten, einer Gesamtproduktionsfläche von 335 Hektar und einem jährlichen Absatzvolumen von fast 30 Millionen Forstpflanzen. FMM erweitert diese Kompetenzen nun um eine digitale Dimension.

„Für LIECO ist diese Akquisition ein weiterer wichtiger Baustein für die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensstrategie“, sagt Oliver Hilpold, CEO der LIECO Gruppe. „Die Digitalisierung in der Forst- und Holzwirtschaft schreitet weiter voran und wir freuen uns, dass wir diesen Prozess durch die Übernahme von FMM maßgeblich mitgestalten können. „

Digitale Waldkartierung

Forest Mapping ist die Erfassung von Wäldern anhand von hochauflösenden Luftbildern und deren Auswertung mit künstlicher Intelligenz, kombiniert mit digitalen Lösungen auf stationären und mobilen Geräten.

Die genaue Erfassung der Wälder ermöglicht es den Landbesitzern, die Forstwirtschaft zu analysieren und die Aufforstung effizienter zu planen. Regelmäßige Luftbildaufnahmen einer Waldfläche erlauben es Planern, forstwirtschaftliche Parameter aus verschiedenen Jahren zu analysieren und zu vergleichen. Das ermöglicht eine intelligente Auswertung der Daten im Zeitverlauf und zeigt, wie sich der Wald entwickelt hat. Die Software von FMM umfasst forstwirtschaftliche Geschäftsprozesse wie die Holzlogistik, die eine digitale Steuerung der Waldbewirtschaftung ermöglichen. Aufgrund der hohen Dynamik in der Holzpreisentwicklung haben genaue Daten eine hohe wirtschaftliche Relevanz für Waldbesitzer.

Das Unternehmen FMM wurde 1989 von Hermann Novak gegründet und ging im Jahr 2000 vollständig in den Besitz von Wiltraud und Hermann Novak über. Allein in den Jahren 2020 und 2021 wird FMM 440.000 Hektar Wald vermessen. Namhafte Unternehmen wie die RK Kirchenforste Kärnten, die Erzdiözese Wien, der Liechtensteinische Forst Kalwang, die Leobner Realgemeinschaft oder der Forstbetrieb Schenker zählen zu den Kunden des Unternehmens.

Wiltraud und Hermann Novak werden dem Unternehmen weiterhin erhalten bleiben. Hermann Novak begrüßt die Beteiligung der LIECO Gruppe: „Mich hat vor allem die langfristige und nachhaltige Investitionsabsicht des neuen Eigentümers überzeugt. Ich sehe darin einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Zukunft.“

Bild: © Shutterstock