Ein Jahr nach dem Start haben rund ein Drittel aller Liechtensteiner Bürger eine aktive eID. Das Framework wird derzeit für die Verteilung von COVID-freien Zertifikaten genutzt, ein weiterer Ausbau der Dienste ist bereits im Gange.

Die liechtensteinische eID.li feiert ihr einjähriges Bestehen. Seit dem Start hat sich die digitale Identität des Fürstentums zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Heute haben bereits mehr als ein Drittel der liechtensteinischen Bürgerinnen und Bürger, über 12’000 Personen, ihre eID.li aktiviert und machen das Fürstentum Liechtenstein zu einem digitalen Vorreiter.

Für die Registrierung nutzen die Bürger die kostenlose App für iOS und Android. Nach erfolgreicher Registrierung können die Nutzer von „eID.li“ seit Ende April 2020 mit ihrem Smartphone oder per Computer bequem und sicher die Dienste der liechtensteinischen Behörden nutzen.

Mit eID.li haben wir im vergangenen Jahr zum zweiten Mal eine elektronische Identität für die Bürgerinnen und Bürger eines europäischen Partnerlandes Realität werden lassen, betont Lukas Praml, Geschäftsführer der Österreichischen Staatsdruckerei (OeSD).  „Nach etwas mehr als einem Jahr können wir auf eine sehr positive Zwischenbilanz zurückblicken. Rund ein Drittel aller Liechtensteiner Bürger haben ihre persönliche eID.li aktiviert und nutzen die Dienstleistungen der Behörden digital“, so Praml.

Flexibel dank der MIA-Plattform

Technologisch basiert die eID.li auf der Plattform „MIA“ (My Identity App), einer Eigenentwicklung der youniqx Identity AG, einer digitalen Tochter der Österreichischen Staatsdruckerei. Auf Basis von MIA konnte die liechtensteinische eID.li in nur wenigen Monaten Entwicklungszeit an individuelle Kundenanforderungen angepasst und effizient umgesetzt werden. MIA deckt auch andere Anwendungsfälle ab, wie z.B. digitale Ausweise oder elektronische Gesundheitszeugnisse. Derzeit wird bereits an der Erweiterung von eID.li gearbeitet, um den Bürgern zusätzliche Funktionen zu bieten.

Der prominenteste Anwendungsfall der eID ist derzeit der internationale grüne Pass. Die schrittweise Einführung des grünen Passes hat bereits begonnen und wird bis zum von der EU festgelegten Starttermin am 1. Juli für alle eID.li-Nutzer verfügbar sein. Das bedeutet, dass sich die Liechtensteiner das COVID-freie Zertifikat auf ihr Smartphone holen und es bei internationalen Reisen einfach den Grenzbeamten zeigen können. „Unser international führendes Know-how auf dem Gebiet der sicheren digitalen Identitäten garantiert, dass wir alle Anforderungen schnell und sicher umsetzen können“, betont Praml.

Liechtenstein ein eID-Pionier

Den Zuschlag für die liechtensteinische eID erhielt die European Trust Service GmbH, ein Joint Venture der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH und der CRYPTAS International GmbH. Entwickelt wurde eID.li von der hauseigenen OeSD-Digitaltochter youniqx Identity AG, die sich als internationaler Vorreiter für sichere eID-Lösungen etabliert hat und in der Republik Kosovo den digitalen Führerschein auf Basis von MIA umgesetzt hat. Das CRYPTAS-Team ist für die Entwicklung der zentralen eID-Integrationsplattform des Fürstentums verantwortlich.

Datenschutzbedenken waren anfangs eine der größten Hemmschwellen für das Projekt. In der benachbarten Schweiz war das der Hauptgrund, warum eine eID in einer öffentlichen Abstimmung abgelehnt wurde. Obwohl in der Schweiz nicht einmal die eID selbst das Hauptproblem war, sondern vielmehr die starke Beteiligung privater Unternehmen, die zur Ablehnung geführt hat. Um ein hohes Maß an Sicherheit für alle sensiblen persönlichen Daten zu gewährleisten, arbeiteten die Macher der liechtensteinischen eID eng mit Nok Nok Labs zusammen, einem Marktführer im Bereich der sicheren Authentifizierung.

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