Die LGT hat eine Serie-D-Finanzierungsrunde bei dem in Deutschland ansässigen digitalen Vermögensverwalter LIQID angeführt. Beide Unternehmen konzentrieren sich auf vermögende Kunden, haben aber unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten.

Die liechtensteinische LGT hat angekündigt, eine Minderheitsbeteiligung an dem in Berlin ansässigen digitalen Vermögensverwalter LIQID zu erwerben. Die Bank führte eine Serie-D-Finanzierungsrunde über 88 Millionen Euro an. Weitere Investoren waren der britische Toscafund und der HQ Trust, welcher der Familie Harald Quandt gehört.

Künftig wird die LGT an der Entwicklung der Anlagestrategie für das Wealth-Management-Angebot von LIQID mitwirken und das Anlage-Know-how der LGT den LIQID-Kunden zur Verfügung stellen.

Christian Schneider-Sickert, CEO und Gründer von LIQID, sagt: „Wir freuen uns, dass die LGT nun Teil unserer Investorengruppe ist. Unser Ziel ist es, anspruchsvollen Privatanlegern einen einzigartigen Zugang zu herausragenden Anlagelösungen zu ermöglichen, die ihnen bisher nicht zur Verfügung standen. Die LGT ist nicht nur eine Benchmark im Private Banking und Asset Management, sondern auch ein etablierter Investor für Wachstumsunternehmen. Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit und Unternehmertum ergänzt die LGT unsere Ambitionen und Werte ideal. Ich freue mich darauf, LIQID gemeinsam mit LGT zum führenden Anbieter für digitales Private Banking in Europa zu entwickeln.“

Unterschiede in der Größe

LIQID wurde Ende 2016 gelauncht und bietet seitdem Privatanlegern Zugang zu professionellen Vermögensverwaltungslösungen. Über die digitale Plattform von LIQUID können Anleger auf verschiedene Anlageklassen wie Private Equity, Venture Capital sowie umfassende Anlagestrategien in traditionellen Anlageklassen zugreifen.

Das LIQID Wealth-Angebot steht Privatanlegern ab einer Anlagesumme von 100.000 Euro zur Verfügung. Das Vermögen des Unternehmens hat im Januar 2021 die Marke von einer Milliarde Euro überschritten, was LIQUID zu einem der größten digitalen Vermögensverwalter in Deutschland macht. Von der Größe her spielt das Unternehmen jedoch nicht annähernd in der gleichen Liga wie die LGT, die mehr als 220 Milliarden Euro Assets under Management hat.

Synergien und Fokus auf vermögende Kunden

Trotz des massiven Größenunterschieds gibt es viele Synergien. Wie LIQID hat auch die LGT ihren Fokus auf vermögenden Kunden. LIQID wiederum verfügt über eine digitale Expertise, von der die LGT profitieren kann. Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman der LGT, wird in der offiziellen Pressemitteilung des Unternehmens zitiert:

„LIQID hat eine beeindruckende Wachstumsbilanz vorzuweisen, und wir sind überzeugt, dass die Bereitstellung von professionellem Anlage-Know-how in einem digitalen Format – in Kombination mit der engagierten Kundenorientierung und dem Qualitätsanspruch von LIQID – ein vielversprechendes Geschäftsmodell darstellt. Wir freuen uns, LIQID bei der weiteren Expansion zu unterstützen und erwarten davon auch Impulse für die weitere Digitalisierung unserer eigenen Dienstleistungen. Die Zusammenarbeit mit LIQID wird einem breiteren Segment von Privatanlegern in Deutschland den Zugang zur Investmentexpertise der LGT ermöglichen.“

LIQID erwägt nun eine internationale Expansion. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde halten LGT und Toscafund jeweils 30 Prozent an dem Unternehmen, HQ Trust besitzt weniger als 10 Prozent. Die Transaktion wird abgeschlossen, sobald die notwendigen Genehmigungen der Aufsichtsbehörden vorliegen.

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