Acronis eröffnete ein Rechenzentrum in Liechtenstein, um dort ansässige Managed-Services-Anbieter zu bedienen. Warum das Sinn macht und warum andere Unternehmen wahrscheinlich folgen werden.

Datensicherheit rückt zunehmend in den Fokus von Verbrauchern und Unternehmen. Es ist wichtig, wie die Daten gespeichert werden, welche Gesetze und Standards eingehalten werden und wo die Daten gespeichert werden. Das bedeutet auch, dass Standorte mit hoher Rechtssicherheit und gut ausgebauten Datenschutzgesetzen im Vorteil sind – Standorte wie Liechtenstein.

Das Software-Unternehmen Acronis gab kürzlich bekannt, dass es ein Rechenzentrum in Eschen, Liechtenstein, eröffnet hat. Das Unternehmen wurde 2003 in Singapur gegründet und hat seit 2008 seinen Hauptsitz in Schaffhausen. Es betreibt weltweit 111 Rechenzentren an Standorten wie der Schweiz, den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Japan, Australien, Kanada, Singapur und Neuseeland. Und nun auch in Liechtenstein. Warum ein Rechenzentrum in einem so kleinen Land eröffnen?

Speicherung von Daten in der Nähe des Hauptsitzes

Acronis bietet Managed Service Providern mit Sitz in Liechtenstein einen Cloud-Standort an, jetzt mit einem eigenen Liechtensteiner Rechenzentrum. Das macht es für das Unternehmen einfacher, den wachsenden Markt für digitale Dienstleistungen in Liechtenstein zu erschließen, da Unternehmen es vorziehen, mit einem Cloud-Anbieter zusammenzuarbeiten, der alle ihre Daten im Land speichert.

Das bringt mehrere Vorteile mit sich: Erstens das Wissen, dass alle Daten in Liechtenstein gespeichert werden, den Unternehmen gibt es die Gewissheit, dass die Standards der Jurisdiktion in Bezug auf Datensicherheit und Datenschutz eingehalten werden. Zweitens gibt es den Unternehmen Rechtssicherheit, da sie das rechtliche Umfeld Liechtensteins kennen, das in der Geschäftswelt generell ein hohes Vertrauen geniesst. Drittens erleichtert es den Unternehmen, ihre Dienstleistungen an datenschutzbewusste Konsumenten zu verkaufen, da sie die hohen Standards Liechtensteins garantieren können. Und viertens ist es im Falle von Problemen einfach, Maßnahmen zu ergreifen, wenn das Rechenzentrum gleich um die Ecke ist.

Heiko von Soosten, General Manager von Acronis für die deutschsprachige DACH-Region, erklärt: „Die Kunden unserer Partner in Liechtenstein wollen – insbesondere zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben – ihre Daten auch in Liechtenstein gespeichert haben.“

Microdata-Zentren

Da immer mehr Kunden ihre Daten in ihrem Heimatland speichern wollen, will Acronis sogenannte Mikro-Rechenzentren einführen, die „leicht als Einheit in andere Länder verschickbar sind und dort jederzeit aufgestockt werden können“, erklärt Soosten. Das macht es auch einfacher, Daten zu verschieben, falls ein Unternehmen seinen Betrieb in ein anderes Land verlegen und seine Daten mitnehmen möchte. Zusätzlich will Acronis seinen Kunden auch Cybersecurity-Lösungen anbieten. Das macht durchaus Sinn, denn Rechenzentren und Cybersecurity gehen irgendwie Hand in Hand.

In Liechtenstein stößt die Idee auf positive Resonanz. Yves Meier, Vorstandsmitglied des liechtensteinischen IT-Unternehmens GMG AG, sieht ein großes Potenzial für Rechenzentren in Liechtenstein. „Aufgrund seiner ausgezeichneten Anbindungen und allgemeinen Datenschutzgesetzen wird Liechtenstein zunehmend als Ziel für die Datenzentren zukunftsorientierter globaler Unternehmen angesehen“, wird er in der Mitteilung von Acronis zitiert.

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