Die Liechtensteinische Post AG hat mit dem Verkauf von Bitcoin in den Filialen in Vaduz begonnen. Ab sofort können Käufer Bitcoin über den Schalter der Post in Vaduz beziehen; ein weiterer Schritt zur Kryptoakzeptanz.

Die Liechtensteinische Post AG hat am 15. Februar einen Fiat-to-Crypto-Austauschdienst gestartet. Die Post sagt, ihr Ziel sei es, „neue Geschäftsmöglichkeiten“ zu finden.

Im Moment bietet die Post nur Fiat-to-Crypto-Austauschdienste an. Nach dem Kauf erhalten die Käufer eine physische Krypto-Wallet mit privaten und öffentlichen Schlüsseln.

In einer Ankündigung heisst es: „Nichts ist anders wie das konventionelle Geldwechselgeschäft, das seit jeher zum Leistungsangebot der Post gehört. Der Kunde erhält eine physische Krypto-Wallet – die es ihm über öffentliche und private Schlüssel ermöglicht, die Krypto-Box im Netzwerk zu aktivieren“.

Nach einer Einführungsphase wird die Post das Angebot auf andere Poststellen ausweiten. Schliesslich plant das Unternehmen, seinen Exchange-Service um zusätzliche Kryptowährungen zu erweitern.

„Dann wird es möglich sein, Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC), Bitcoin Cash (BCH) und Ripple (XRP) zu wechseln“, sagt die Liechtensteinische Post.

Partnerschaft mit der Värdex Suisse AG

Die Liechtensteinische Post wurde 1999 gegründet und von der Schweizerischen Post, der nationalen Post der Schweiz, geführt. Heute hält die Post 25% an der Liechtensteinischen Post und die Regierung von Liechtenstein die restlichen 75%.

Die Liechtensteinische Post betreibt gemäss ihrer Website derzeit neun Poststellen und hat drei Postpartner.

Für die Einführung ihres Krypto-Austauschdienstes hat sich die Post mit dem Schweizer Blockchain-Startup Värdex Suisse AG zusammengeschlossen. Värdex ist der grösste regulierte Blockchain- und POS-Netzbetreiber der Schweiz. Ziel der Partnerschaft ist es, „den Kauf und Verkauf digitaler Währungen so nahtlos und einfach wie einen regelmässigen Besuch an einem Bankautomaten zu gestalten“.

Värdex war zuvor Teil der Bitcoin Suisse AG gewesen. Schliesslich wurde es 2017 als Unternehmen gegründet, da die Nachfrage nach POS-Lösungen zunahm. Värdex ist Mitglied im Verband der Financial Services Standards Association (VQF) und Teil der Gemeinde Crypto Valley in Zug.

Laut Website betreibt Värdex Suisse „das grösste Krypto-ATM-Netz der Schweiz“. Auf der Website sind 26 Kryptomaten aufgeführt, die alle BTC, ETH und LTC unterstützen. Wenn man bedenkt, dass es in der Schweiz derzeit 48 Kryptomaten gibt, besitzt Värdex mehr als 50% des Marktes.

Ein Schritt näher an der Kryptoakzeptanz?

Liechtenstein und die Schweiz gehören zu den Ländern der Welt, die die höchsten Kryptoakzeptanzraten aufweisen. Der OTC-Kryptoaustausch der Liechtensteinischen Post ist ein weiterer Schritt zur breiteren Einführung von Krypto.

Für die Verbreitung von Krypto-Währungen ist es von grösster Bedeutung, der allgemeinen Bevölkerung den Zugang zu Krypto-Währungen zu erleichtern. Börsendienste wie die der Liechtensteinischen Post spielen daher eine wichtige Rolle in einem funktionierenden Krypto-Ökosystem.

Damit diese Dienste jedoch erfolgreich sind und die Verbreitung von Kryptographie fördern können, müssen mehr Einzelhändler digitale Währungen als Zahlungsmethode akzeptieren. Sicher, es ist toll, wenn du Kryptos in der nächsten Postfiliale oder von einem Krypto-ATM erhalten kannst. Aber was machst du dann damit?

Coinmap zeigt Unternehmen, die Bitcoin-Zahlungen akzeptieren. Bis heute zeigt die Karte nur 14.350 Standorte weltweit. Nicht besonders viel!

Dr. Abbas Hussain, Zahnarzt in Zug, der Bitcoin als Zahlungsmethode für Behandlungen akzeptiert, sagte, dass es im vergangenen Jahr nur drei- bis viermal vorkam, dass ein Patient mit Bitcoin bezahlen wollte. Er glaubt, dass dies wahrscheinlich Leute waren, die bei FinTech arbeiten und einen Teil ihrer Gehälter in Kryptowährungen bezahlt bekommen.

Auch wenn Kryptos im Freiverkehr leichter akzeptiert werden, ist es also noch ein langer Weg, bis digitale Währungen zu einem akzeptierten Zahlungsmittel im Einzelhandel werden. Die Online-Einführung dürfte jedoch wesentlich schneller erfolgen.

 

 

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