Liechtenstein Life ist einer der Pioniere der Blockchain in der Versicherungsbranche. Sie hat einen eigenen Blockchain-Fonds aufgelegt und nutzt die Technologie, um die Abrechnungsprozesse zu rationalisieren.

Die liechtensteinische Lebensversicherungsgesellschaft Liechtenstein Life hat im vergangenen Jahr mit der Lancierung eines eigenen Blockchain-Fonds für Schlagzeilen gesorgt. Ziel ist es, den Kunden eine Möglichkeit zu bieten, in innovative Technologien zu investieren.

„Innovation ist ein Schlüsselelement von Liechtenstein Life“, sagt Holger Roth, CSO bei Liechtenstein Life. „Die Aufnahme von Blockchain-Projekten in unser Anlageportfolio ermöglicht es Menschen, sich mit neuen Technologien zu beschäftigen und vom schnellen Wachstum von Kryptowährungen zu profitieren, während sie ihre Pensionsfonds aufbauen.“

Das Portfolio umfasst Blockchain-Aktien, Kryptowährungen, Anleihen und Edelmetalle

Liechtenstein Life wurde 2008 in Ruggell, Liechtenstein, gegründet. Die Gesellschaft verkauft Lebensversicherungen, vor allem in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich.

Der neu lancierte Blockchain-Fonds ist Teil des gesamten Anlageportfolios von Liechtenstein Life. Sie ist als OGAW-Fonds („Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“) eingerichtet, d.h. sie hält sich an den Rechtsrahmen der Europäischen Kommission und ihre hohen Standards für den Anlegerschutz.

Der Fonds investiert hauptsächlich in Aktien etablierter Unternehmen, die Blockchain-Projekte durchführen. Es handelt sich also nicht um einen Risikokapitalfonds, es sind keine Startups in der Frühphase beteiligt. Stattdessen liegt der Fokus auf Unternehmen, die in ihrer jeweiligen Branche bereits eine langjährige Erfolgsgeschichte vorweisen können, sich aber auch für die Umsetzung von Blockchain-basierten Projekten engagiert haben.

Darüber hinaus investiert der Fonds in strukturierte Produkte, die auf Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple basieren. Der Fonds umfasst auch Edelmetalle und Anleihen mit hohem Rating, die je nach Marktentwicklung bis zu 35% des gesamten Portfoliomixes ausmachen können, erklärt Stephan Bruckner, Head of Sales bei Liechtenstein Life.

Blockchain-Projekte passen gut zur Portfolio-Strategie eines Lebensversicherers.

Liechtenstein Life ist der Ansicht, dass die Blockchain-Technologie aufgrund ihres enormen Wachstumspotenzials Teil des Portfoliomixes eines Lebensversicherers sein sollte. Die Blockchain-Technologie kann fast jede Branche verändern. Es handelt sich eindeutig um einen langfristigen Trend und passt damit gut zur Anlagestrategie eines Lebensversicherers, erklärt Bruckner.

Da es sich bei Lebensversicherungen um langfristige Anlagen handelt, konzentriert sich Liechtenstein Life nicht auf Blockchain-Startups. Das Risiko ist zu hoch. Bruckner: „Unternehmen wie Danone oder Nestle sind in ihren Märkten etabliert und können von der Blockchain-Technologie in Bereichen wie Food Trust oder Food Tracking profitieren“.

Kryptowährungen weisen jedoch eine hohe Volatilität auf und stellen daher ähnliche Risiko-Rendite-Profile wie Startups dar. Anstatt direkt in Kryptowährungen zu investieren, wird Liechtenstein Life strukturierte Kryptowährungen hinzufügen, die sich gegen die mit Kryptowährungen verbundenen Volatilitätsrisiken absichern.

„Schweizer und liechtensteinische Banken haben Produkte mit hohen Sicherheitsmerkmalen entwickelt“, erklärt Bruckner. Liechtenstein Life wird in diese Produkte investieren.

Liechtenstein Life setzt bei seinen Aktivitäten auf Blockchain-Technologie

Neben dem Blockchain-Fonds nutzt Liechtenstein Life auch im eigenen Betrieb die Blockchain-Technologie.

In Zusammenarbeit mit der novaCapta Software & Consulting Schweiz AG und Microsoft hat das Unternehmen ein Projekt gestartet, das darauf abzielt, mit Hilfe der Blockchain-Technologie die Abrechnungsprozesse zu verbessern und die Bearbeitung von Versicherungsfällen zu beschleunigen.

„Wir glauben, dass die Blockchain-Technologie in Zukunft eine Schlüsselrolle im Geschäft spielen und in jeder Branche, insbesondere in der Versicherungsbranche, enorme Veränderungen mit sich bringen wird“, sagt Christoph Böckle, CIO von Liechtenstein Life.

Blockchain-Technologie und Smart Contracts können Versicherungsprozesse automatisieren und sie schneller, transparenter und sicherer machen. Bereits heute nutzen Versicherer diese Technologien, um Szenarien wie Reiseverspätungen zu managen, sagt Bruckner.

Liechtenstein Life hat das Potenzial von Blockchain-Technologien erkannt und will ein innovativer Spitzenreiter in der Versicherungswirtschaft sein. Sowohl der Blockchain-Fonds als auch die internen Projekte des Unternehmens stellen das Unternehmen auf die Weichen für die Zukunft.

 

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