PwC bewertet die Länder nach der Klarheit und Vollständigkeit ihrer Krypto-Steuergesetze. Liechtenstein belegte den ersten Platz.

Im PwC-Steuerleitfaden für Kryptowährungen belegt Liechtenstein erneut den ersten Platz. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vergleicht Länder im Hinblick auf die Klarheit und Vollständigkeit ihrer Krypto-Steuergesetze.

Australien und Malta teilen sich den zweiten Platz, gefolgt von Deutschland, das sich von Platz 20 im letzten Jahr verbessert hat. Die Verbesserung ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Deutschland einen Entwurf für eine Verordnung über die einkommensteuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte veröffentlicht hat. Die Schweiz liegt auf Platz sechs, die USA auf Platz 14.

PwC-Krypto-Steuerindex

PwC vergibt für jedes Land eine Punktzahl auf der Grundlage von 19 verschiedenen Kriterien. Ziel ist es nicht zu sagen, welches Land das „beste“ Steuersystem hat – oder die niedrigsten Steuern – sondern wo die Steuergesetze klar sind und Rechtssicherheit bieten. Das Ergebnis ist der PwC Crypto Tax Index.

Laut PwC wenden die meisten Länder bestehende Gesetze oder Richtlinien auf Kryptowährungstransaktionen an, anstatt neue Gesetze zu erlassen. Liechtenstein hat mit seinem Blockchain-Gesetz einen anderen Weg eingeschlagen.

Die meisten Steuerbehörden konzentrieren sich auf die Kapitalgewinne aus dem Kauf und Verkauf von Kryptowährungsanlagen, Mining-Einkommen und die Mehrwertsteuer, die beim Handel anfällt. Auf der anderen Seite stehen Konzepte wie Airdrops, Hardforks, Staking-Einkommen und Kryptowährungsfonds nicht im Fokus der Steuergesetze der meisten Länder.

Außerdem sagt PwC, dass die Steuergesetze vieler Länder Schwierigkeiten haben, mit neuen Entwicklungen wie DeFi Schritt zu halten, insbesondere mit Krypto-Krediten und -Lending oder NFTs. Peter Brewin, Tax Partner bei PwC Hongkong, sagt, dies sei „ein sich schnell entwickelnder Sektor, und es gibt wichtige Bereiche mit Lücken in den veröffentlichten Leitlinien. […] Insbesondere fehlt es an Leitlinien für gängige DeFi-Transaktionen, NFTs und wie man überhaupt mit der Bewertung der Besteuerung von dezentralen autonomen Organisationen (DAOs) beginnt.“

Ausblick

Globale Regulierungsbehörden sind sich des Potenzials von Kryptowährungen zunehmend bewusst und bemühen sich verstärkt um deren Regulierung und Besteuerung. Der PwC-Bericht besagt, dass Länder wie die USA, Schweden und das Vereinigte Königreich Steuerrichtlinien für Kryptowährungen herausgegeben haben und weitere Länder diesem Beispiel folgen.

In vielen Ländern mangelt es noch an Vorschriften, was zu Grauzonen und einem Mangel an Rechtssicherheit führt. Laut Peter Brewin ändert sich das jedoch schnell: „Steuerbehörden und politische Entscheidungsträger lernen immer noch, wie ein Großteil der Branche funktioniert. Wir gehen davon aus, dass sich die Steuerlandschaft in den kommenden Jahren genauso schnell verändern wird wie die Kryptoindustrie“, sagt er.

Der Bericht erklärt, dass die meisten Rechtssysteme Kryptowährungen als eine Form von Eigentum betrachten. Daher führt die Ausgabe von Kryptowährungen zum Erwerb von Waren und Dienstleistungen zu Steuerbelastungen. Die Anwendung dieses Modells auf Kryptowährungen begrenzt und behindert die Massenanwendung vieler Krypto-Assets als Zahlungsmittel.

Nichtsdestotrotz ist der erneute Spitzenplatz Liechtensteins in der Rangliste ein gutes Zeichen für die Zukunft. Die Verwaltung hat sich sehr bemüht, Liechtenstein zu einem kryptofreundlichen Ort zu machen, und Gesetze, die Rechtssicherheit bieten, einschließlich Steuergesetze, sind ein wichtiger Teil davon. Diese Rechtssicherheit zieht unter anderem internationale Kryptounternehmen nach Liechtenstein.

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