Liechtensteins führende Bank LGT Bank ist eine Partnerschaft mit der Schweizer „Kryptobank“ SEBA Bank eingegangen, um Kunden Investitionen in die Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum zu ermöglichen. Die SEBA wird die LGT mit Brokerage- und Custody-Dienstleistungen unterstützen.

Liechtenstein strebt an, Europas digitaler Vorreiter zu sein, auch bei digitalen Währungen. Das muss zweifellos auch die traditionelle Bankenszene einbeziehen, denn sie ist das Bindeglied zwischen den Kryptomärkten und den Mainstream-Investoren.

Mehrere liechtensteinische Banken haben sich bereits an Kryptowährungen herangewagt. Die Bank Frick zum Beispiel gilt als einer der europäischen Vorreiter für Finanzanwendungen der Blockchain-Technologie. Auch die LGT Bank, Liechtensteins führende Privatbank, wagt den Einstieg in das Krypto-Ökosystem.

Wachsendes Interesse

Die LGT Bank kündigte eine Kooperation mit der SEBA Bank an, um ihren Kunden Direktinvestitionen in digitale Vermögenswerte anzubieten. Die Kryptowährungen, die die LGT anbieten wird, sind Bitcoin (BTC) und Ether (ETH), die beiden grössten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung.

Die Bank hat in den letzten Jahren ein wachsendes Interesse an digitalen Vermögenswerten bei ihren Kunden beobachtet und will daher ein entsprechendes Angebot schaffen. Roland Matt, CEO der LGT, kommentiert:

„Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Kunden nun einen bequemen Zugang zu diesen Märkten bieten können und dabei die höchsten Sicherheitsstandards einhalten“, so Matt. „Wir haben intensiv an diesem Angebot gearbeitet. Kryptowährungen befinden sich noch in einer dynamischen Entwicklungsphase. Die LGT hat deshalb zuerst die entsprechenden, notwendigen Prozesse und Rahmenbedingungen für diese Art von Anlagen geschaffen.“

Eine fruchtbare Partnerschaft

Die LGT kooperiert mit dem Schweizer Digital-Asset-Unternehmen SEBA Bank, einer der ersten „Krypto-Banken“, die in der Schweiz eine Banklizenz erhalten haben. Laut CEO Franz Bergmüller ermöglicht die Kooperation beiden Banken, das Dienstleistungsangebot der LGT und die „höchsten Sicherheitsstandards“ der SEBA zu nutzen, um Kunden den Einstieg in das Kryptowährungsuniversum zu ermöglichen.

Die Analysten der SEBA-Bank sind gegenüber Bitcoin positiv eingestellt. Anfang des Jahres schätzten sie, dass Bitcoin bis Ende des Jahres ein neues Allzeithoch erreichen und irgendwo zwischen 50.000 und 75.000 US-Dollar landen könnte. „Unsere internen Bewertungsmodelle deuten auf einen Preis zwischen 50.000 und 75.000 US-Dollar hin. Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir dieses Niveau erreichen werden. Die Frage ist immer der Zeitpunkt“, sagte der ehemalige CEO Guido Buehler.

Zunächst begrenzt 

Anleger, die an diesen potenziellen Gewinnen partizipieren wollen, können dies nun über den neuen Service der LGT tun. Nach Angaben der Bank gelten für Investitionen in Kryptowährungen über die Bank die gleichen Regeln wie für traditionelle Anlagen. Das heisst, die Anleger erhalten die gleichen Unterlagen, einschliesslich der notwendigen Erklärungen für ihre Steuererklärungen.

Die Bank sagt auch, dass die Kunden in Kryptowährungen so investieren können, wie sie es von anderen Anlagen kennen. Das bedeutet, dass sie sich keine Gedanken über private Schlüssel oder Ähnliches machen müssen, da die Bank die Verwahrung übernimmt. Dafür ist die Partnerschaft mit SEBA gedacht.

Vorerst können nur ausgewählte Kunden von diesem Angebot profitieren, nämlich professionelle Kunden oder Kunden eines externen Vermögensverwalters. Auch ist das Angebot nur für Kunden der Bank mit Sitz in der Schweiz oder Liechtenstein zugänglich. Allerdings will sie Krypto bald auch einem breiteren Publikum zugänglich machen.

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