Olivier de Perregaux, CEO von LGT Private Banking, hat in einem Interview die Bedeutung der Digitalisierung betont. Er sagte auch, dass die Bank Möglichkeiten im Bereich Blockchain und Kryptowährungen auslotet.

Die LGT Bank ist die größte Privatbank Liechtensteins mit einem Marktanteil von 46 Prozent. Seit ihrer Gründung vor über 90 Jahren hat sich die LGT von einer kleinen Regionalbank zu einer internationalen Privatbank entwickelt, die über 3800 Mitarbeitende an mehr als 20 Standorten weltweit beschäftigt. Als führendes Unternehmen in einer der bedeutendsten Branchen des Landes ist es wichtig, was die Bank in Bezug auf die Digitalisierung tut. 

Olivier de Perregaux, CEO von LGT Private Banking, sagte in einem Interview mit finews.ch, die Bank wolle sich stärker auf die Digitalisierung konzentrieren. Wie andere Banken in Liechtenstein will die LGT die Expertise und Stärken Liechtensteins als digitaler Hub im Herzen Europas nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu fördern.

Fokus auf digitale Lösungen

Olivier de Perregaux erklärt, dass die Bank ihre Plattformen in den kommenden Jahren ausbauen und wachsen lassen will. Dazu gehört auch die Erweiterung des aktuellen Produktangebots mit nachhaltigeren Lösungen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf digitalen Lösungen.

Er betont, dass die Digitalisierung nicht nur eine technologische Herausforderung ist, die Banken in ihren IT-Abteilungen lösen müssen. Es geht vor allem um die Frage, wie digitale Werkzeuge den Banken und ihren Kunden helfen können, effizienter und effektiver zusammenzuarbeiten. Das ist definitiv ein berechtigter Punkt. Viele digitale Lösungen sind auf der Suche nach einem Problem, dienen aber eigentlich nicht dem Kundenstamm. Diejenigen aber, die es tun, werden in den nächsten Jahren einen Unterschied machen.

Olivier de Perregaux sagt auch, dass trotz der sich beschleunigenden Digitalisierung die persönliche Kundenbeziehung weiterhin im Mittelpunkt des Bankgeschäfts stehen wird. Technologie kann nur helfen, Prozesse zu verschlanken, zum Beispiel die Kommunikation. Er erklärt auch, dass sich im Zuge der Pandemie das Home-Office viel stärker durchgesetzt hat. Das wird wahrscheinlich auch ein digitaler Beschleuniger sein, da es mehr digitale Lösungen erfordert.

Blockchain & Krypto-Chancen

Auf die Frage nach Blockchain und Kryptowährungen sagt Olivier de Perregaux, dass er glaubt, dass Blockchain-Anwendungen noch nicht reif genug für groß angelegte Anwendungen sind, außer für Kryptowährungen. Wahrscheinlich stimmt das. Die meisten Finanzinstitutionen, die Blockchain in größerem Umfang anwenden, befinden sich noch im Anfangsstadium, führen Pilotprojekte durch und sammeln Erfahrungen mit der Technologie. Er sagte auch, dass die Bank die technologische Entwicklung verfolgt und nach Möglichkeiten Ausschau hält.

In Bezug auf Kryptowährungen sieht Olivier de Perregaux nicht die technologische Reife als das kritische Thema, sondern die Rechtssicherheit. „Jetzt, wo andere Länder Liechtenstein gefolgt sind und Regulierungen einführen wollen, arbeiten auch wir an Möglichkeiten, wie wir in Zukunft Krypto-Custody-Dienstleistungen anbieten und Krypto-Transaktionen abwickeln können“, wird Olivier de Perregaux im Finews-Interview zitiert.

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