Krypto ist schon seit Jahren ein Thema auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, aber die Art und Weise, wie es diskutiert wird, hat sich geändert. Sie schleicht sich mehr und mehr in die Diskussionen ein, und die Diskussionen selbst werden ernster.

Es ist wieder einmal so weit: Die Entscheidungsträger, die „Elite“ der Welt, treffen sich in den Schweizer Alpen, um über die Zukunft zu sprechen. Das ist nicht weit von Liechtenstein entfernt, und viele aus unserer Community haben die Chance genutzt, daran teilzunehmen.

Interessant ist in Davos vor allem, wie sich die Themen, die Teilnehmer und die Themen jedes Mal ändern. Ein Thema, das sich mehr und mehr in die Diskussionen einschleicht, sind Kryptowährungen. Dieses Mal konnte man in Davos sogar Bitcoin-Pizza essen – was die Teilnehmer daran erinnerte, wie sehr sich der Wert in den letzten Jahren verändert hat, seit jemand bereit war, 10.000 Bitcoin für zwei Papa John’s-Pizzen zu bezahlen. Diese Zeiten sind längst vorbei.

Podiumsdiskussionen zum Thema Krypto

Als die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Zürich aus dem Flugzeug oder in Davos aus dem Zug stiegen, wurden sie mit Werbeschildern des Stablecoin-Emittenten Circle und des Krypto-Brokers Bitcoin Suisse beworfen. Wenn am WEF über Dog-Meme-Coins gesprochen wird, weiß man, dass sich die Zeiten geändert haben.

Aber viel wichtiger als Pizza und Werbebanner ist, dass das WEF jetzt ernsthafte Diskussionen über digitales Geld führt. Es gab ein Panel mit dem Titel „Remittances for Recovery: Eine neue Ära des digitalen Geldes“.

„Wir denken nicht über grenzüberschreitende E-Mails nach. Wir denken nicht daran, grenzüberschreitend im Internet zu surfen; es ist absurd, daran zu denken. Und ich glaube, dass wir bei Geld an der Schwelle dazu stehen. Und ich glaube, dass bei Überweisungen auch das Konzept der Überweisung verschwinden wird“, sagte Jeremy Allaire, Vorsitzender und CEO von Circle Pay, der an der Podiumsdiskussion teilnahm.

Ein weiteres Panel, an dem Nasdaq-CEO Adena Friedman, PayPal-CEO Dan Schulman, US-Senator Pat Toomey und der Wirtschaftswissenschaftler Jason Furman teilnahmen und das sich auf die Zukunft der US-Wirtschaft konzentrierte, befasste sich ebenfalls mit Krypto. „Für viele Länder weltweit könnten digitale Zentralbankwährungen (CBDC) sinnvoll sein. Ich glaube nicht, dass die Vereinigten Staaten das tun müssen“, sagte Furman.

Ein Panel, das sich auf die Weltwirtschaft konzentrierte, befasste sich ebenfalls mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. „Die jüngere Generation sagt, dass die ältere Generation den Dollar oder den Wert anderer Währungen abgewertet hat, also ist etwas Neues vielleicht gar nicht so schlecht“, sagte David M. Rubenstein, Mitbegründer der Carlyle Group.

Reifer

Man kann mit Sicherheit sagen, dass Kryptowährungen ein wichtiges Thema auf dem WEF waren und dass die Diskussionen reifer geworden sind und sich eher auf die tatsächlichen Anwendungsfälle als auf Spekulationen und wilde Vorhersagen konzentrieren.

Interessant ist auch, dass der jüngste Krypto-Crash kein großes Thema war. Es scheint fast so, als hätten sich die Menschen an diese Art von Turbulenzen gewöhnt. Außerdem wird im Moment sowieso alles verkauft, nicht nur Kryptowährungen.

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