Dieses Jahr war der Investor Summit Liechtenstein eine digitale Konferenz, etwas, woran wir uns gewöhnt haben. Die Konferenz ist wichtig für Liechtensteins Startup-Ökosystem, daher war es die richtige Entscheidung, digital zu arbeiten. 

Der Investor Summit Liechtenstein ist eine Veranstaltung mit dem Ziel, Investoren und Start-ups miteinander zu verbinden. In diesem Jahr fand er aufgrund der Pandemie in einem digitalen Format statt. Rund 400 Teilnehmer aus der DACH-Region haben sich per Livestream angemeldet, um acht Startups bei der Präsentation ihrer Ideen zu beobachten. Am Ende des Livestreams stimmten die Teilnehmer über den Gewinner ab.

Eine Jury wählte die teilnehmenden Startups aus. Aus den 50 Bewerbern wählte die Jury diejenigen aus, die bereit für Investoren waren. Und, ebenso wichtig, sie müssen einen Bezug zu Liechtensteins USPs haben, insbesondere zu Finanzdienstleistungen und Digitalisierung. Startup-Gründer Christoph Pichler, der der Jury angehörte, sagte gegenüber der Lokalzeitung Vaterland.li, Liechtenstein sei ein ausgezeichneter Ort für Unternehmensgründungen, da sich Unternehmer auf die Unterstützung der Regierung, ein starkes Netzwerk von Investoren und etablierten Unternehmen sowie qualifizierte Experten verlassen könnten.

Faszinierende Start-ups aus der DACH-Region

Der Gewinner der Veranstaltung war die Matriq AG, ein St. Galler Unternehmen, das ein Werkzeug entwickelt, mit dem Kunststoffteile während eines Herstellungsprozesses mit Wasserzeichen versehen werden können. Seine Dynamic-Mold-Technologie markiert Kunststoffteile mit einem Smartphone-lesbaren Code, der die Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen hergestellten Teils ermöglicht. Jedes hergestellte Produkt erhält so eine einzigartige Identität, die durch den Code leicht überprüft werden kann.

Ein weiteres Start-up aus der Region war Subdron mit Sitz in Lauterach. Das Unternehmen entwickelt U-Boot-Drohnen, die durch den Einsatz von Sensortechnologie 3-D-Modelle von Strukturen erstellen können, die sich unter der Oberfläche befinden. Diese Drohnen können z.B. Schäden an Schiffen erkennen.

Der Liechtensteiner Unternehmer Arthur Büchel stellte sein Projekt „Urbanbox“ vor, bei dem es um ausfahrbare Solarzellen geht. Büchel erläuterte am Investorengipfel, dass die Solarzellentechnologie bereits weit entwickelt ist, aber vor allem in städtischen Gebieten noch nicht in grossem Umfang eingesetzt wird. Seine Technologie kann problemlos über Parkplätzen oder Autobahnen installiert werden und so mehr erneuerbare Energie erzeugen. Er schloss seinen Pitch mit den Worten: „Unterstützen Sie Urbanbox, für ein erneuerbares Lichtenstein, für eine erneuerbare Welt“.

Liechtenstein muss aktiv ein Start-up-Ökosystem aufbauen

Veranstaltungen wie der Investor Summit Liechtenstein unterstützen die liechtensteinische Start-up-Szene in vielerlei Hinsicht. Erstens helfen sie, Ideen mit Kapital zu verbinden. An guten Ideen mangelt es nicht, ebenso wenig an Investoren, die bereit sind, sie zu unterstützen. Was es aber braucht, sind Orte der Begegnung zwischen Gründern und Investoren.

Zweitens konzentriert sich der Investor Summit Liechtenstein nicht nur auf Liechtenstein, sondern auch auf die DACH-Region mit den Nachbarländern Schweiz, Deutschland und Österreich. Er hilft Start-ups, mit ausländischen Investoren und ausländischen Start-ups in Kontakt zu treten, um ihre Perspektiven auf Ideen und innovative Technologien zu erweitern.

Und drittens trägt der Investor Summit Liechtenstein auch dazu bei, Liechtenstein als Standort für Start-ups sichtbarer zu machen. Priska Rösli, Gründerin von Red Leafs Tax in Ruggell, kommentiert: „Für Start-ups ist es wichtig, sich mit anderen Start-ups auszutauschen. Und für einen solchen aktiven Austausch muss es eine Gemeinschaft geben – und die muss jemand aktiv aufbauen. Hier muss sich Liechtenstein engagieren, mutig sein und vorwärts gehen. Es ist gut, dass die Organisatoren den Gipfel nicht wegen der Pandemie abgesagt haben. Das Leben muss weitergehen, und viele gute Ideen brauchen Unterstützung.

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