Der Technologiekonzern IBM wendet 160 Millionen US-Dollar pro Jahr für Blockchain-Projekte auf. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 1.600 Mitarbeiter, die an mehr als 500 Blockchain-bezogenen Projekten weltweit arbeiten. 

IBM ist die neue Technologie proaktiv angegangen und hat sich mit zahlreichen Start-ups, Universitäten und anderen Technologieunternehmen zusammengeschlossen.

„Blockchain ist für uns eine Reihe von Technologien, die es unseren Kunden ermöglichen, komplexe, durchgängige Prozesse auf eine Weise zu vereinfachen, die bisher nicht möglich war“, sagt Jim Kavanough, CFO bei IBM.

Werfen wir einen Blick auf die vielversprechendsten Initiativen von IBM.

IBMs Blockchain-as-a-Service belegte weltweit den zweiten Platz.

IBM bietet seinen Kunden eine Blockchain-as-a-Service (BaaS)-Plattform an. Das Beratungsunternehmen ABI hat den Service weltweit an zweiter Stelle nach Microsoft platziert. Sowohl die Plattformen von IBM als auch von Microsoft sind Ligen vor anderen Anbietern wie Oracle, Cisco oder Alibaba, sagt ABI.

Die Plattform basiert auf der nativen Open-Source-Blockchain-Plattform Hyperledger von IBM. Es ermöglicht Unternehmen, Blockchain-basierten Lösungen in ihren Betrieb zu integrieren. Da die Blockchain-Lösungen von IBM zugelassen und skalierbar sind, eignen sie sich gut für grosse Unternehmen.

Zu den BaaS-Kunden von IBM gehören bekannte Namen aus verschiedenen Branchen. Führende Banken wie die Deutsche Bank oder HSBC, globale Transport- und Logistikunternehmen wie Maersk und Lebensmittelriesen wie Nestle nutzen derzeit die Dienstleistungen von IBM.

TradeLens steigert die Effizienz der Lieferkette

IBM und das dänische Logistikunternehmen Maersk haben ein Projekt namens „TradeLens“ angekündigt. Die Blockchain-basierte Technologie ermöglicht es mehreren Handelspartnern, zusammenzuarbeiten, indem sie ein gemeinsames Hauptbuch und intelligente Verträge verwendet, um Transaktionen auszuführen, ohne die Privatsphäre oder Datensicherheit zu beeinträchtigen.

Die Plattform ist speziell für Spediteure, Reedereien, Hafen- oder Terminalbetreiber, Binnenlogistiker sowie Zollbehörden konzipiert. Alle können über Echtzeit-Versanddaten und Versanddokumente, die in der Blockchain von IBM gespeichert sind, miteinander interagieren.

Das Projekt befindet sich in einer 12-monatigen Studie, wurde aber bereits als erfolgreich eingestuft.

TradeLens kann die Transitzeit einer Sendung innerhalb der USA um 40 % reduzieren. Mehr Transparenz ermöglicht es Logistikunternehmen, die Schritte zur Verfolgung und Lokalisierung von Paketen, die sich auf dem Weg von zehn Schritten auf nur einen Schritt befinden, und die Anzahl der beteiligten Personen von fünf Personen auf nur eine Person zu reduzieren.

Blockchain-basiertes Netting kann die Streitbeilegung beschleunigen.

IBM ist eine Partnerschaft mit CLS eingegangen, einem führenden Anbieter von Abwicklungsdienstleistungen für Devisentransaktionen. CLS startet einen Netting-Service auf Basis der IBM-Blockchain.

Netting beschreibt den Prozess der Verrechnung des Wertes mehrerer fälliger Zahlungen zwischen zwei oder mehr Parteien. CLS verrechnet täglich 5 Billionen US-Dollar.

Durch den Einsatz einer Blockchain-basierter Netting-Lösung erwartet CLS, die Zeit für die Beilegung von Streitigkeiten von derzeit 40 Tagen auf weniger als 10 Tage zu verkürzen und die Kapitaleffizienz um mehr als 40% zu steigern.

IBM und Stronghold lancieren USD-Stable Coin

IBM hat zusammen mit dem Start-up-Unternehmen „Stronghold“ eine an den USD gekoppelte stabile Münze auf den Markt gebracht. Ziel ist es, Banken und andere Finanzinstitute dabei zu unterstützen, Transaktionen schneller und sicherer abzuwickeln.

Die Währung „Stronghold USD“ wird auf der von Stellar entwickelten Blockchain-Plattform aufbauen, die 2014 von Ripples Jed McCaleb mitbegründet wurde.

Zwei Blockchain-Beschleunigerprogramme mit der Colombia University

Die in New York ansässige Colombia University startet in Zusammenarbeit mit IBM zwei Blockchain-Beschleunigerprogramme. Das erste Programm zielt auf globale Blockchain-Projekte ab, während sich das zweite auf Absolventen der Colombia University konzentriert.

Beide Programme sind Teil des Colombia-IBM Center for Blockchain and Data Transparency, das angekündigt hat, zehn Blockchain-Projekte zu unterstützen. Das Nominierungsverfahren ist nun mit Stichtag 07. Dezember 2018 eröffnet.

Die oben beschriebenen Projekte sind nur eine Momentaufnahme der Arbeit von IBM. Derzeit arbeitet IBM mit 63 Unternehmen weltweit zusammen, um Blockchain-basierte Anwendungen zu entwickeln. Von diesen 63, 25 Unternehmen sind globale Handelsunternehmen, 14 sind Lebensmittellogistikunternehmen und die restlichen 14 sind globale Zahlungsdienstleister.

Das Unternehmen hat den Rekord für die Generierung der meisten Patente in einem Jahr für 25 aufeinander folgende Jahre gehalten.  Einige der Blockchain-Projekte von IBM werden nirgendwo hinführen, andere können sich in Diamanten verwandeln. Niemals versuchen, nie wissen.

Auch Daimler springt auf den Blockchain-Zug auf. Erfahre mehr in unserem Artikel. >Daimler und Blockchain<

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