Ausschliesslich weibliche Teams erarbeiteten technologische Lösungen für soziale und ökologische Probleme. herHack war ein grosser Erfolg.

Wer denkt, Softwareentwicklung sei eine reine Männerdomäne, der irrt! Letzte Woche fand in der Schweiz der grösste Hackathon für Frauen statt, mit über 200 Teilnehmerinnen aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland, darunter auch Liechtenstein. „herHack“ erstreckte sich über 36 Stunden, in denen die Frauen in Teams an der Lösung gesellschaftlicher Probleme arbeiteten, die zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN-Agenda 2030 beitragen.

Ein Meilenstein

Die Veranstaltung war Teil des Digitaltags Schweiz, einer Reihe von Workshops und Veranstaltungen, die Menschen mit digitaler Technologie vertraut machen sollen. herHack verfolgte das Ziel, Frauen zu ermutigen, eine Karriere in der Technologiebranche anzustreben. Organisiert wurde er von digitalswitzerland und Amazon Web Services (AWS), Cognizant und weiteren Sponsoren.

Die Nachfrage war gross. Innerhalb von nur drei Wochen waren alle Plätze für den herHack ausgebucht. Teilnehmen konnten Frauen unterschiedlichen Alters und Bildungsniveaus, ohne spezifische Vorkenntnisse im Programmieren.

„Mit dem Hackathon haben wir einen Meilenstein gesetzt“, sagt Thomas Gassenbauer, Country Manager von Cognizant. „Ein Hackathon ist ein kreativer, auf Zusammenarbeit ausgerichteter Ort, an dem unterschiedliche Hintergründe zusammenkommen, um Ideen zu entwickeln, Programmierkenntnisse zu verbessern und die Möglichkeiten der Technologie zu erweitern. Während die meisten Hackathons hauptsächlich von Männern besucht werden, setzt sich herHack für eine größere Geschlechtervielfalt ein.“

Programmieren für den sozialen Zweck

Es gab sieben verschiedene Aufgaben, die die Teilnehmer übernehmen konnten. Sie arbeiteten in interdisziplinären Teams, um Ideen zu entwickeln, wie digitale Lösungen zentrale gesellschaftliche Herausforderungen angehen können, die durch die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN-Agenda 2030 (SDGs) definiert sind.  Die SDGs berücksichtigen gleichermaßen die wirtschaftliche, soziale und ökologische Dimension der nachhaltigen Entwicklung. Der Hackathon zielt darauf ab, einige dieser Herausforderungen anzugehen.

„Wir freuen uns sehr über den großen Erfolg des ersten Female Hackathon in der Schweiz“, sagt Yvonne Bettkober, Country Leader bei AWS Schweiz. „Es war toll zu sehen, mit welcher Leidenschaft, Neugier und Kreativität die verschiedenen Teams an Lösungen gearbeitet haben. Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmerinnen! Es ist besonders wichtig, dass wir weibliche Talente weiterhin ermutigen und unterstützen, auch mit Initiativen wie dieser, eine Karriere in der Tech-Branche zu verfolgen. Vielfalt und unterschiedliche Fähigkeiten in Teams bieten Unternehmen ein enormes Potenzial – sie sind innovativer, produktiver und erfolgreicher.“

Gewinner Team Iconics

Der erste Platz ging an das Team Iconics. Sie überzeugten die Jury mit einer digitalen Lösung für nachhaltige und gesunde Ernährung. Die App „ComplEAT“ misst, wie viel die eigene Ernährung zum täglichen CO2-Ausstoß beiträgt. Die App soll es den Nutzern ermöglichen, sich nachhaltig und fleischfrei zu ernähren, ohne auf wichtige Nährstoffe zu verzichten. Die Nutzer zeichnen ihre tägliche Nahrungsaufnahme auf und erhalten Informationen über ihren CO2-Fußabdruck, den Nährstoffgehalt und darüber, was sie regional und saisonal essen können, um ihre Nährstoffspeicher wieder aufzufüllen.

Andere Lösungen zielten auf die Reduzierung des Wasserverbrauchs oder andere klima- oder nachhaltigkeitsrelevante Ziele ab. Es war eine großartige Gelegenheit für Frauen, etwas über Technologie zu lernen, und für Unternehmen, sich mit Talenten zu vernetzen und sich von den Lösungen, die die Teilnehmerinnen der Veranstaltung entwickelt haben, inspirieren zu lassen.

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