Liechtenstein erlaubt die Gründung einer Gesellschaft ohne Bankkonto, nur mit Kryptowährung. Amazing Blocks war das erste Unternehmen mit Sitz in Liechtenstein, das dies möglich machte. Wie funktioniert es, und spielt es eine Rolle?

Amazing Blocks war das erste Unternehmen, das in Liechtenstein mit Äther (ETH) als Erstbeitrag gegründet wurde. Die Firma wurde am 13. August gegründet; sie hat kein Bankkonto und verwendet nur Kryptowährungen. Gemäss der Pressemitteilung bietet Amazing Blocks eine Dienstleistung an, die sie „digitale juristische Personen als Dienstleistung“ nennen – das heisst, sie tokenisieren die Aktien von juristischen Personen in Liechtenstein.

Firmengründung mit Ether

Die Gründung einer Aktiengesellschaft (AG) in Liechtenstein erfordert eine Stammeinlage von 50.000 CHF oder 54.000 USD. Sie ist auch mit Vorlaufkosten verbunden, da Unternehmen in der Regel Rechtsanwälte mit der Zusammenstellung der Dokumente beauftragen müssen, und sie benötigen ein Geschäftskonto bei einer Bank benötigen.

Amazing Blocks glaubt, dass der Prozess einfacher wird, wenn Unternehmen all dies umgehen und stattdessen Kryptowährungen verwenden können. CEO Sofia Balogianni sagt: „Der Prozess der Firmengründung sollte nicht von einzelnen Einheiten wie einer Bank abhängen. Bei der Gründung eines Startup-Unternehmens geht es darum, Zeit und Geld zu sparen, etwas, das wir erreichen wollen, indem wir die ersten sind, die Krypto-Aktiva als erste Sacheinlage verwenden.“

Am 7. August deponierte Amazing Blocks 261 ETH-Guthaben als Teil ihrer ersten Sacheinlage. Die rechtliche Grundlage bildete ein Sacheinlagevertrag, der die Registrierung in Liechtenstein ermöglichte. Da Krypto-Währungen wie die ETH hohen Kursschwankungen unterliegen, hätte der Vertrag abgelehnt werden können, wenn die Einzahlung unter den erforderlichen Mindestbetrag gesunken wäre.

Ist dies der Beginn einer neuen Ära oder ein netter PR- Clou für Liechtenstein?

Es geht darum, Vermittler wie Banken oder Anwälte auszuschliessen, da der Prozess transparent ist und trotzdem den gesetzlichen Vorgaben folgt. Dadurch könnten in Zukunft Bankkonten überflüssig werden.

Gemäss der Pressemitteilung „[…] kann in naher Zukunft die Ausgabe von Aktien und die entsprechende Verteilung der Stimmrechte durch eine auf Ethereum basierende Schicht, die von intelligenten Verträgen profitiert, vollständig automatisiert und standardisiert werden. Natürlich können Sicherheits- und Rechtsprobleme auftreten, ob man diesem Modell trauen kann oder nicht, aber sie können alle durch die einzigartige technologische Struktur der Blockchain über Bord geworfen werden. Letztendlich wird dies zu einer viel höheren Flexibilität für Unternehmer und Investoren führen.“

Wenn wir glauben, dass Kryptowährungen die Zukunft des Geldes sind, dann ist es sinnvoll, Unternehmen zu ermöglichen, Firmen nur mit Krypto zu gründen. Aber ist es heute machbar, ein Unternehmen nur mit Krypto zu führen? Wahrscheinlich nicht, denn man braucht immer noch ein Bankkonto, um mit so ziemlich jedem Geschäfte zu machen.

Es macht den Gründungsprozess jedoch einfacher, weil man um eine Bank herum arbeiten kann. Es senkt die Kosten und die Zeit für die Gründung eines Unternehmens. Nach der Gründung können Unternehmen dann wählen, ob sie ein Bankkonto in einer beliebigen Jurisdiktion eröffnen wollen und welches für sie rentabel ist.

So, um zum Schluss zu kommen: Dies ist wahrscheinlich kein grosser Durchbruch für die Kryptographie, aber es ist ein Schritt nach vorne – und es ist gutes Marketing für Liechtenstein, dass es hier eine Vorretierrolle einnehmen.

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