Fürst Alois erinnerte die Gesetzgeber daran, dass der Schlüssel für Liechtensteins Zukunft die Digitalisierung ist. Er bestätigte Liechtensteins digitale Ausrichtung der vergangenen Jahre und flößte der Wirtschaft des Landes Vertrauen ein.

Fürst Alois, Liechtensteins Staatsoberhaupt, hielt seine traditionelle Ansprache an die Mitglieder des Parlaments und wies sie auf die bedeutenden Herausforderungen der Zukunft Liechtensteins hin. Einer seiner Kernpunkte war es, den Fokus auf die Digitalisierung zu legen.

„Wir leben bereits in einer digitalen Welt und sind auf eine sichere digitale Infrastruktur angewiesen“, sagte er. Gerade die COVID-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig es für Staaten sei, eine gut ausgebaute digitale Infrastruktur und eine im Umgang mit digitalen Werkzeugen gut geschulte Bevölkerung zu haben. In Bezug auf die Corona-Pandemie forderte Fürst Alois, dass Liechtenstein alles Geschehene gründlich aufzuarbeiten und Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Liechtenstein als digitale Drehscheibe

Mit seiner Rede bestätigte Fürst Alois einmal mehr den Kurs Liechtensteins der letzten Jahre und gab den Unternehmen das Vertrauen, dass Liechtenstein seine digitale Agenda weiter vorantreiben wird. In den letzten Jahren hat das Land ernsthafte Schritte unternommen, um ein digitaler Hub im Zentrum Europas zu werden. Dazu gehörte die Einrichtung von staatlichen Stellen, die es digitalen Unternehmen erleichtern, sich in Liechtenstein niederzulassen. Dazu gehörten auch digitalfreundliche Gesetze wie das Blockchain-Gesetz, das Anfang 2020 in Kraft trat und die weltweit erste umfassende Gesetzgebung für die Blockchain-Technologie schuf.

Aufgrund dieses digitalfreundlichen Ansatzes haben sich viele Unternehmen in Liechtenstein niedergelassen. Sie taten dies im gutem Vertrauen darauf, dass das Land seinen Kurs beibehält und weiterhin mit der Wirtschaft zusammenarbeitet, um die Herausforderungen zu lösen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Dass das Staatsoberhaupt diese Politik gutheißt und ihre Fortführung in der nächsten Legislaturperiode bestätigt, gibt ihnen Sicherheit.

Mehr Wertschätzung für Arbeit im Alter

Fürst Alois regte in seiner Rede auch einen „Kulturwandel“ an, um der Arbeit im Alter und altersgerechten Arbeitsformen mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Da Liechtensteins Bevölkerung, wie so ziemlich überall in Europa, immer älter wird, werden die Menschen irgendwann auch länger arbeiten müssen. Fürst Alois argumentierte, dass es keinen Sinn macht, das Rentenalter dort zu belassen, wo es ist, obwohl die Menschen älter werden. Irgendwann werden die immer höher werdenden Beiträge zur Altersvorsorge Liechtenstein für Unternehmen unattraktiv machen, und damit verschlechtert sich auch die Finanzierungsbasis für die Altersvorsorge und die Altenpflege.

Auch dafür könnte die Digitalisierung eine Lösung sein, auch wenn Fürst Alois dies in seiner Rede nicht explizit angesprochen hat. Viele Jobs in der digitalen Wirtschaft können von zu Hause aus, am Computer, erledigt werden. Solche Jobs erfordern keine große körperliche Anstrengung, aber sie erfordern Erfahrung und ein gewisses Maß an selbstgesteuertem Arbeiten. Ältere Menschen bringen in der Regel beides mit, so dass die digitale Wirtschaft perfekt für sie geeignet ist.

Das heißt, es ist eine Schulung erforderlich; Menschen jeden Alters müssen sich mit den digitalen Werkzeugen vertraut machen. Aber so schwierig ist das gar nicht. Die meisten Jobs und Fähigkeiten können in einer digitalen Wirtschaft angewendet werden, mit nur ein paar zusätzlichen digitalen Fähigkeiten. Prinz Alois hat es auf den Punkt gebracht, als er sagte, die Digitalisierung sei die zentrale Herausforderung und die zentrale Chance für Liechtensteins Zukunft.

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