Während einer Veranstaltung in Zürich präsentierte EY den Teilnehmern aus der Schweiz und Liechtenstein verschiedene Anwendungsfälle von NFT und Metaverse. Der Raum bietet Chancen, birgt aber auch rechtliche und geschäftliche Risiken. Unternehmen müssen beides verstehen.

EY Schweiz steigt in den Metaverse- und NFT-Trend ein. Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen begrüßte Ende August in Zürich 100 Teilnehmer zur Veranstaltung „Metaverse und NFTs – Entwicklungen in der Kunst und darüber hinaus“. Die Teilnehmer waren Vertreter von Unternehmen und Organisationen aus der Schweiz und Liechtenstein, die sich über die neuen Technologien informieren wollten.

Digitalisierung und Tokenisierung

Die Veranstaltung beinhaltete Präsentationen und ein Interview mit dem Schweizer Künstler David Pflugi. Er präsentierte Werke, die im EY-Hauptsitz am Maagplatz in Zürich ausgestellt sind (noch bis zum 16. September kostenlos zu besichtigen). Pflugi erläuterte in seinen Präsentationen die Möglichkeiten von NFT und metaversen Technologien aus der Sicht eines Künstlers.

Im Zentrum dieser Möglichkeiten stehen die Digitalisierung und Tokenisierung von Kunst. Die Tokenisierung von Kunstwerken ermöglicht es, digitales Eigentum an physischer oder digitaler Kunst zu verkaufen, wodurch die Übertragung und Erfassung der Eigentumsrechte einfacher und billiger wird. Darüber hinaus ermöglicht es den Bruchteilseigentum, was bedeutet, dass mehrere Personen Token für ein Kunstwerk besitzen und an dessen potenziellem Wertzuwachs teilhaben können.

Das Metaverse

Im Metaverse erlebten die Teilnehmer der Veranstaltung mithilfe einer VR-Brille mehrere Meter hohe Skulpturen in drei Dimensionen. Das Metaverse ist in diesem Fall ein digitaler Raum für Ausstellungen. „Online-Auktionen haben die physischen Veranstaltungen längst abgelöst, 28% der Gebote kommen sogar über eine mobile App“, erklärt David Coriat vom Auktionshaus Sotheby’s.

Maximilian Schmidt, Digital Strategy & Disruptive Technologies bei EY Schweiz, ergänzte, dass das Metaverse nicht nur für Kunst, sondern auch für eine Reihe anderer Anwendungsfälle genutzt wird. „Wir erwarten, dass das globale Marktvolumen des Metaverse bis 2024 800 Milliarden US-Dollar übersteigen wird“, sagte Schmidt.

Als Beispiel nannte Schmidt, dass EY Schweiz ein Grundstück an der Metaverse-Plattform „Decentraland“ erworben und den sogenannten „Talent Tree“ aufgebaut hat. In diesem virtuellen Gebäude führt EY Schweiz nun Rekrutierungsprozesse durch.

NFTs für digitale Kunst

Der andere Trend, der diskutiert wurde, waren NFTs – Non Fungible Tokens. Sotheby’s konzentriert sich auf die Kuratierung von NFT-Künstlern für eine exklusive Zusammenarbeit und die Schaffung eines eigenen vertrauenswürdigen Marktplatzes im Metaverse für NFTs.

Pflugi brachte seine Perspektive als Künstler ein. „Mir war schon früh klar, dass das Potenzial dieser neuen Technologie einen großen Einfluss auf das künstlerische Schaffen und den Kunstmarkt haben wird“, so Pflugi. Er hat bereits einige seiner Werke aus der Kollektion Victory Works, die er für die Fußballweltmeisterschaft produziert, mit Token versehen.

Risiken und Chancen

Da die Veranstaltung bei EY stattfand, gab es auch eine Debatte über rechtliche und geschäftliche Risiken. Darko Stefanoski, Digital Law Leader Financial Services bei EY Schweiz, machte deutlich, dass insbesondere Unternehmen wissen müssen, wie sie sich im virtuellen Raum verhalten sollen.

„Obwohl virtuell, ist das Metaversum keineswegs ein rechtsfreier Raum, sondern im Gegenteil eine rechtlich sehr interessante Spielwiese, bei der die Frage, welches territoriale Recht und welche Gerichtsbarkeit in dieser virtuellen Meta-Welt gilt, eine zentrale Rolle spielt“, so Stefanoski.

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