Eurex, der grösste europäische Futures- und Optionsmarkt, könnte in Kürze eine Reihe von Krypto-Futures einführen. Das dürfte auf das zunehmende institutionelle Interesse an digitalen Währungen zurückzuführen sein. 

Eurex, die Terminbörse der Deutschen Börse, bereitet sich auf die Einführung einer Reihe von Krypto-Futures-Kontrakten vor. Mehrere mit Eurex vertraute Quellen sagen, dass die Börse BTC-, ETH- und XRP-Futures einführen wird.

Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem eine Reihe von US-Unternehmen Pläne zur Einführung von Krypto-Futures angekündigt haben, darunter ErisX, Bakkt und Seed CX.

Die Deutsche Börse hat bereits 2017 mit der Idee gespielt. „Wir denken über Futures nach, mit denen Privatanleger und institutionelle Investoren bestehende Investitionen in Bitcoin schützen oder auf fallende Preise der Cyberwährung setzen können“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse im Dezember 2017.

Fehlende Absicherungsinstrumente sind eine Herausforderung für Händler

Der Mangel an kostengünstigen Absicherungsinstrumenten ist für Krypto-Händler schon lange ein Problem. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Börsen darauf abzielen, den Zugang zu Derivaten zu ermöglichen.

Mark Lamb, CEO von CoinFlex, sagte: „Der Raum bewegt sich schon seit langem in diese Richtung. Bei Händlern dreht sich alles um die Effizienz ihres Kapitals und die Maximierung der Eigenkapitalrendite. Futures machen einfach viel höhere Renditen möglich, da sie wirklich gut für Arbitrage und andere komplexe Strategien geeignet sind.“

Händler verwenden Terminkontrakte, um ihr Portfolio vor Preisschwankungen zu schützen. Das ist besonders wichtig für institutionelle Anleger, die strenge Anlagerichtlinien einhalten und damit ihr Risiko begrenzen müssen.

Bitcoin-Futures heizen sich in den USA auf

Die CME Group, der in Chicago ansässige Derivatemarkt, bietet einen BTC-Future an, der im ersten Quartal 2019 gestartet ist.

Der 19. Februar markierte mit 18.338 Kontrakten an diesem Tag einen Rekord für die Bitcoin-Futures des Unternehmens. Das entspricht 360 Millionen Dollar.

Insbesondere institutionelle Investoren haben Terminkontrakte gekauft. Ein Sprecher der CME Group sagte: „Das institutionelle Interesse ist allmählich gestiegen und die Zahl der LOIHs (Large Open Interest Holders) liegt seit November konstant bei rund 43 Inhabern“. Ein LOIH ist eine Einheit, die mindestens 25 Bitcoin-Verträge hält.

Bisher hat noch keine regulierte Börse in Deutschland Krypto-Futures angeboten. Eurex bewegt sich als Pionier.

Institutionelle Plattformen sind auf dem Vormarsch.

Krypto-Futures zielen eindeutig auf die institutionelle Kundenbasis von Eurex. Als regulierte Börse mit einem soliden internationalen Ruf ist das Unternehmen bestens positioniert, um die Anforderungen institutioneller Investoren zu erfüllen, die den Sprung in den Krypto-Bereich wagen wollen.

Die Deutsche Börse hat im September 2018 eine Einheit „DLT, Crypto Assets and New Market Structures“ eingerichtet. Sie arbeitet an einer Blockchain-basierten Wertpapierhandelsplattform, die im ersten Halbjahr 2019 starten soll.

Das Unternehmen ist bei weitem nicht der einzige europäische Akteur, der sich mit den Bedürfnissen institutioneller Investoren befasst. Die Börse Stuttgart, Deutschlands zweitgrösste Börse, entwickelt ebenfalls eine Krypto-Handelsplattform. Sowohl die Liechtenstein Crypto Exchange LCX als auch die Schweizer Hauptbörse SIX richten Plattformen für den institutionellen Kryptohandel ein.

Die Banken haben auch die Notwendigkeit erkannt, die institutionelle Infrastruktur bereitzustellen. So hat die Bank Frick kürzlich ihre Tochtergesellschaft DLT Markets gegründet, eine Handelsplattform für institutionelle Kunden.

Geregelte Börsen, die in den Krypto-Raum eintreten, mit einer Infrastruktur und Produkten, die auf die Bedürfnisse institutioneller Investoren zugeschnitten sind, sind ein klares Zeichen dafür, dass der Markt reift. Wir bewegen uns weg von den kryptographischen Wild West Tagen hin zu einem regulierten und professionellen Marktumfeld.

 

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