Am OST in Buchs wird ein universelles „Energyhub“-Ladegerät entwickelt. Es soll bis zu sechs Geräte gleichzeitig aufladen können. Ziel ist es, die Menge an Elektroschrott zu reduzieren, die durch die zunehmende Digitalisierung entsteht.

Alles hat seine guten und schlechten Seiten, das gilt auch für die Digitalisierung. In dem Masse, wie sich die digitalen Trends beschleunigen, entsteht auch ein unerwünschtes Nebenprodukt: Elektronikschrott. In der Schweiz fallen pro Jahr rund 131’000 Tonnen an. Auch in Liechtenstein fallen zunehmend grosse Mengen an Elektroschrott an.

Und es wird nicht weniger, ganz im Gegenteil: Der Trend zur Digitalisierung und die vermehrte Nutzung elektronischer Geräte produziert immer mehr Abfall. Vor allem bei Smartphones fällt viel Elektroschrott an, da viele Geräte unterschiedliche Anschlüsse zum Aufladen haben und somit mehrere Netzteile und Ladekabel benötigen.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, entwickelt die Ost, Ostschweizer Fachhochschule, in Buchs seit 2016 den sogenannten „Energyhub“. Roman Scheuss, der Entwickler des Ladegeräts, erklärt: „Der Energyhub soll ein kompaktes und universelles Ladegerät sein, mit dem bis zu sechs Geräte gleichzeitig geladen werden können.“ Das bedeutet mehr Strom, aber weniger Elektronikmüll. „Ob es sich um ein Notebook, ein Tablet oder ein Smartphone handelt, spielt keine Rolle. Mit dem Energyhub können sie alle gleichzeitig aufgeladen werden“, erklärt Scheuss.

Effizienz ist der Schlüssel

Der Energyhub nutzt für die Anschlüsse USB C, den in Zukunft angeblich am häufigsten verwendeten Stecker. „Das ermöglicht es, Stromverschwendung zu reduzieren und verschiedene Geräte schnell zu laden“, erklärt Scheuss. Mit einer Leistung von 150 Watt, die sich auf die sechs Steckdosen verteilt, hat der „Energyhub“ eine solide Performance.

„Bei der Entwicklung haben wir auch auf einen guten Wirkungsgrad geachtet, damit die Geräte möglichst effizient aufgeladen werden können“, sagt Scheuss. Standby-Verluste wurden so weit wie möglich vermieden, d.h. wenn der „Energyhub“ ohne zu ladende Geräte eingesteckt bleibt, entsteht kein übermässiger Energieverbrauch. Je nach Ladeleistung leuchten die LEDs in unterschiedlichen Farben auf.

Zulassung noch ausstehend

Bevor der „Energyhub“ auf den Markt kommt, muss er noch einige Tests und Sicherheitsprüfungen durchlaufen. Erst wenn alles einwandfrei funktioniert, kann das kompakte Ladegerät für den Markt zugelassen werden. „Unser Exemplar ist noch ein Prototyp“, sagt Scheuss.

Denn es wird weiter an dem Gerät gearbeitet, um es weiter zu optimieren und einen noch besseren Wirkungsgrad zu erreichen. Die Fachhochschule OST in Buchs und der Industriepartner sind nicht ganz allein, denn das Projekt wird von der Innosuisse finanziell unterstützt.

„Rund die Hälfte der Entwicklungskosten werden von der Innosuisse übernommen“, erklärt Scheuss. Abschliessend sagt er: „Ich bin froh, dass ich am Energyhub mitarbeiten darf. Es macht Spass, und ich kann meinen Beitrag zu einer besseren und nachhaltigeren Zukunft leisten.“

Bild: © Shutterstock