Letzte Woche lockte der Digitaltag Vaduz zahlreiche Besucher an, um sich über digitale Technologien zu informieren. Der jährlich stattfindende Anlass soll der Bevölkerung aufzeigen, welchen Nutzen die Digitalisierung für ihren Alltag bringt.

Die Besucher verfolgten im Kunstmuseum Vaduz oder via Livestream spannende Vorträge und Podiumsdiskussionen zur digitalen Zukunft. Zudem wurde eine Umfrage zur Wahrnehmung der Digitalisierung in der liechtensteinischen Bevölkerung präsentiert.

Der Digitaltag in Vaduz ist Teil der landesweiten Digitaltage von digitalswitzerland und gehört zu den Vorzeigeveranstaltungen der Organisation digital-liechtenstein.li, die von der Gemeinde Vaduz und der liechtensteinischen Regierung unterstützt wird.

Digitale Verwaltung

Den Auftakt der Veranstaltung machten Regierungschef-Stellvertreterin Sabine Monauni und der Vaduzer Bürgermeister Manfred Bischof. Sie präsentierten, wie das Land und die Gemeinden ihre Dienstleistungen digitalisieren, um den Alltag der Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern, und was für die Zukunft geplant ist.

Unterschiede zwischen den Generationen

Im Anschluss an die Vorträge folgte der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Er demonstrierte, wie sein Enkel Emil in der digitalen Welt aufwachsen wird, und zeigte dem Publikum, wie intelligente Geräte, künstliche Intelligenz, intelligente Medizin und neue Formen der sozialen Interaktion das Aufwachsen der neuen Generation prägen werden.

„Emils Welt ist anders als das Business as usual meiner Generation“, sagte er. „Sie wird das Ergebnis einer globalen Transformation sein, und das wirft die Frage nach den neuen Prioritäten und Werten seiner Welt auf.“ Sicherlich konnten sich viele Eltern und Großeltern im Publikum mit diesem Thema identifizieren.

Medienkompetenz

Ein weiteres Thema von großem Interesse für das Publikum ist die „Medienkompetenz im Alltag“. Jochen Fasco, der Beauftragte für Medienkompetenz der Landesmedienanstalten in Deutschland, sprach zu diesem Thema.

In seinem Vortrag erörterte er, wie sich Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene darauf vorbereiten können, ein aktiver Teil der digitalen Welt zu sein. Im Anschluss an seinen Vortrag diskutierten Experten aus Liechtenstein, darunter Jennifer Rheinberger, Vorsitzende der Fachgruppe Medienkompetenz, Günther Kaiser, Geschäftsführer der formatio Privatschule, und Marcel Kaufmann, Leiter des Zentrums für Schulmedien im Schulamt.

Virtuelle Realität

Ein Hingucker der Veranstaltung war die Präsentation verschiedener digitaler Innovationen im Kunstmuseum, darunter die Smart Factory der Fachhochschule Ostschweiz OST, ein Touchscreen-Kunstgenerator und Virtual-Reality-Anwendungen für Jung und Alt.

Positive Einstellung

Veranstaltungen wie der Digitaltag Vaduz zeigen Wirkung. Christian Frommelt, Direktor des Liechtenstein-Instituts, präsentierte die Ergebnisse der ersten repräsentativen Umfrage zur digitalen Transformation in Liechtenstein. Die Mehrheit der Bevölkerung in Liechtenstein steht der Digitalisierung positiv gegenüber. An der Umfrage haben über 700 Personen aus Liechtenstein teilgenommen.

Frommelt erklärte, dass die meisten Befragten der Meinung sind, dass Liechtenstein in der Digitalisierung gut aufgestellt ist. Zum Vergleich: In Deutschland waren zuletzt 94 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihr Land bei der Digitalisierung hinterherhinkt.

Die Bürgerinnen und Bürger hätten sich zudem besorgt über mehr Kontrolle und Überwachung geäußert. Die Umfrage zeigt, dass in Liechtenstein Handlungsbedarf besteht, insbesondere beim Schutz vor Hackerangriffen und bei der Bekämpfung von Cyber-Mobbing.

Bild: © Digitaltag.li