Nachdem das erste Jahr der Digitalschecks erfolgreich verlaufen ist, hat die liechtensteinische Regierung beschlossen, die Frist um ein zweites Jahr zu verlängern. KMU können Schecks beantragen, um Fördermittel für digitale Projekte zu erhalten.

Liechtensteins Regierung hat eine Reihe von Maßnahmen ausprobiert, um die Digitalisierung zu beschleunigen. Eine davon war die Schaffung von Innovationshubs, eine andere war die Schaffung von Fintech-freundlichen Regelungen, zum Beispiel das Blockchain-Gesetz. Eine Initiative, die in der Vergangenheit gut funktioniert hat, waren die sogenannten „Digitalschecks“, die sich großer Nachfrage erfreuen.

Digitalschecks sind ein monetärer Anreiz für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), um in digitale Projekte und die sogenannten „Industrie 4.0“-Technologien zu investieren, zum Beispiel Blockchain, künstliche Intelligenz oder Internet-of-Things-Geräte. Damit soll die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der liechtensteinischen Unternehmen gefördert und verbessert werden. Weil die Digitalschecks so stark nachgefragt wurden, hat sich die Regierung nun entschlossen, sie noch länger anzubieten als bisher vereinbart.

Voraussetzungen für die Förderung

Unternehmen müssen mindestens fünf Jahre alt sein, um die Digitalschecks beantragen zu können. Der maximale Betrag, den KMU erhalten können, beträgt 60.000 CHF pro Projekt und Unternehmen. Die KMU müssen dieses Geld nicht zurückzahlen, es handelt sich also nicht um einen Kredit. Unternehmen können die Schecks bis Ende 2022 beantragen.

Um einen Scheck zu erhalten, müssen die Unternehmen den Antrag vor Beginn des Projekts stellen. Den Antrag schicken sie in digitaler Form an das Amt für Volkswirtschaft. Einen Papierantrag gibt es nicht. Zum Bewerbungsprozess gelangen Sie hier.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, sollten Sie vor der Antragstellung die Richtlinien der Regierung hier lesen. Das Projekt muss den Grad der digitalen Integration in Ihrem Unternehmen signifikant erhöhen und Auswirkungen auf Ihren Umsatz, Ihre Geschäftskosten und die Qualität Ihrer Produkte oder Dienstleistungen haben. Außerdem müssen Sie zeigen, dass Ihr Unternehmen über das technische Know-how und die betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten verfügt, um das Projekt erfolgreich durchzuführen.

Es gibt drei breitere Kategorien, die alle unterschiedliche Anforderungen und maximale Scheckbeträge haben: „Digital Konzept“ ist für Projekte, die Geschäftsprozesse und Konzepte für den digitalen Wandel entwickeln. „Digital Invest“ unterstützt Investitionen in Anlagen, die in direktem Zusammenhang mit der digitalen Transformation stehen, wie z.B. Investitionen in Hard- und Software oder Kommunikationstechnologien. „Digital Training“ zielt auf Ausbildungen, die das digitale Know-how in Liechtenstein aufbauen.

Nutzen Sie die Chance

Es ist toll, dass die liechtensteinische Regierung beschlossen hat, das Programm bis Ende 2022 zu verlängern. Gerade heute sehen KMUs die Notwendigkeit der Digitalisierung, aber viele Unternehmen zögern angesichts der aktuellen Krise mit Investitionen. Mit den Digitalschecks könnte der Mittelstand ein Projekt starten, das sich langfristig positiv auf die Effizienz des Unternehmens auswirkt.

Auch wenn es mit ein wenig Bürokratie verbunden ist, sollten Unternehmen diese Chance nutzen und bei Eignung die Förderung beantragen. Wer weiß, ob die Regierung die Frist ein zweites Mal verlängern wird.

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