Die Digitalisierung wirkt sich darauf aus, wie wir auf Lebensmittel zugreifen und mit ihnen umgehen: McDonald’s will Pilotprojekte zur digitalen Bestellung durchführen. Google und viele andere Unternehmen veranstalten digitale Frühstücke und Kaffeepausen.

Nicht alles wird digitalisiert. Essen ist etwas, das analog bleiben wird, zumindest vorläufig. Wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages einen Weg finden, unsere Mägen mit digitaler Nahrung zu füttern, aber bis jetzt ist das noch nicht der Fall. Was jedoch zunehmend digitalisiert wird, ist der Zugang zum Essen und zur sozialen Interaktion während des Essens.

Aglaë Strachwitz, Geschäftsführerin von McDonald’s Schweiz, ging am diesjährigen Swiss Agro Forum darauf ein. Sie zeigte auch auf, wie die Digitalisierung bei McDonald’s funktioniert und was für die Zukunft in Planung ist. Das Thema des Forums in Bern lautete „Analog, digital, hybrid – interaktiv kommunizieren“.

Digitales Bestellen

McDonald’s betreibt derzeit 173 Restaurants in der Schweiz und Liechtenstein. In Zukunft sollen es 200 werden. Das Unternehmen will den Kunden mehr digitale Kanäle bei der Essensbestellung anbieten. Dazu gehören Bestellungen an der Theke, an Bestellterminals, bei der Heimlieferung, im McDrive und über „myOrder“ per App.

Rund 90 Prozent der McDonald’s Restaurants in der Schweiz und Lichtenstein werden von Lizenznehmern betrieben. McDonald’s will mit diesen Lizenznehmern zusammenarbeiten, um die Bestell- und Zahlungsprozesse zu verbessern und die Digitalisierung in diese Abläufe einzubringen. „Wir wollen mit den Lizenznehmern auf Augenhöhe kommunizieren und uns ein Bild davon machen, wie die Restaurants funktionieren“, so Strachwitz.

Die Umstellung auf digitale Kanäle birgt ein Risiko, denn es ist unklar, wie die Kunden diese Kanäle annehmen werden. Deshalb will McDonald’s zunächst Pilotprojekte starten, um Daten und Erfahrungen zu sammeln. Die zehn Prozent der Restaurants, die von McDonald’s selbst betrieben werden, sollen als „Testlabor“ für die digitalen Bestellmethoden dienen. Das reduziert die Risiken für die Lizenznehmer.

Die digitalen Kanäle werden auf unterschiedliche Weise getestet, etwa in Restaurants und durch Online-Umfragen unter Kunden. Dabei wird es auch länderspezifische Unterschiede geben. In der Schweiz zum Beispiel steht das McRaclette regelmäßig auf der Speisekarte. In Portugal verkauft McDonald’s Suppe. Dort sieht man keinen Bedarf für eine digitale Bestellung bei Suppe.

Digitale Teamevents

Nicht nur McDonald’s bringt die Digitalisierung ins Essen. Urs Schollenberger, Enterprise Sales Manager Google Cloud, erläuterte, wie viele Vergünstigungen für Google-Mitarbeiter, wie z. B. kostenloses Frühstück, Mittag- und Abendessen, während der Corona-Pandemie plötzlich wegfielen. Google kompensierte dies mit virtuellen Kaffeegesprächen und anderen Online-Veranstaltungen. Bei solchen Veranstaltungen können die Mitarbeiter zwar kein Essen digital bestellen, aber die soziale Komponente des Essens wird digitalisiert.

Jetzt, da die Pandemie vorbei ist, wird sich vieles davon sicherlich wieder auf die persönliche Interaktion verlagern. Aber warum nicht die digitale Kaffeepause oder das digitale Frühstück für internationale Teams beibehalten? Es gibt nur wenige Studien, die belegen, dass sich solche Veranstaltungen positiv auf die Teambildung und Produktivität auswirken. Aber wenn es während der Pandemie funktioniert hat, könnte es auch danach von Vorteil sein.

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