Der in der Schweiz ansässige Kunsttechnologie-Anbieter iazzu hat seine App für die Welt geöffnet. Benutzerinnen und Benutzer von überall her können nun auf iazzu zugreifen und ihre Kunst digital ausstellen oder die Werke anderer geniessen.

„iazzu“ will Kunst digital zugänglich machen. Die App aus der Schweiz ermöglicht es den Nutzern, über ein Smartphone auf Kunstgalerien zuzugreifen und diese in einer virtuellen Umgebung zu erleben. Seit der Lancierung von „iazzu“ im April 2019 haben sich bereits 30.000 Benutzerinnen und Benutzer registriert.

Jetzt hat iazzu seine Tore für internationale Besucher geöffnet. Bislang konzentrierte sich das Schweizer Kunst- und Technologieunternehmen auf den heimischen Markt, nun können die Nutzer iazzu-Galerien von überall her, auch aus Liechtenstein, besuchen und nutzen. „Natürlich können auch Nutzer aus Liechtenstein auf iazzu zugreifen“, sagt Mitbegründerin und CEO Ramona Kunz.

Wie iazzu funktioniert

App-Benutzer sind sowohl Personen, die Kunst sehen wollen, als auch diejenigen, die sie erstellen und anzeigen wollen. Beide Benutzertypen können sich über die App registrieren und ein Profil erstellen. „Natürlich kann die Digitalisierung das reale Erlebnis nicht vollständig ersetzen“, sagt Kunz. „Aber in ohnehin schwierigen Zeiten ist sie besser als nichts.“

Seit dem Ausbruch der COVID-Pandemie haben viele Museen geschlossen. „Unsere Lösung schafft eine digitale Welt für diejenigen, die Kunst erleben wollen“, sagt Kunz. Nur zwei Wochen nach der Öffnung von iazzu für die Welt haben sich laut Kunz Zehntausende von Benutzern registriert.

Die Augmented-Reality-App ermöglicht den Zugang zu Kunst und Galerien aus ganz Europa, Asien und den USA. Diejenigen, die ihre Kunst ausstellen möchten, können ein Profil mit ihrer eigenen Corporate Identity erstellen. Benutzer können Kunstkataloge durchblättern und durch Wischen angeben, welche Artikel ihnen gefallen.

Es ist auch möglich, Bilder von der Inneneinrichtung Ihres Hauses hochzuladen und die Bilder an den eigenen Wänden zu platzieren. Auf diese Weise können sich die Benutzerinnen und Benutzer ein Bild davon machen, wie das jeweilige Gemälde in ihren eigenen vier Wänden aussehen würde. Es ist sogar möglich, diese Bilder zu speichern und sie in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen.

Wenn ein Benutzer mehr über einen bestimmten Gegenstand wissen möchte, kann er seine Fragen in einem Live-Chat stellen. Die Person, die für den Artikel verantwortlich ist, wird dann antworten. Die App ist auf Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch verfügbar und informiert die Benutzerinnen und Benutzer sogar über relevante Neuigkeiten und Veranstaltungen.

Kunst wird digital

Die Digitalisierung der Kunst ist ein Trend, der bereits vor einigen Jahren eingesetzt hat. Heute bedienen sich auch hochkarätige Kunstunternehmen digitaler Werkzeuge, auch bei iazzu. Die Stiftung Beyeler sowie die in Österreich ansässige Galerie Frey sind Kunden von iazzu. „Unsere Mission ist es, Menschen und Kultur zu verbinden“, sagt Kunz.

Apps wie iazzu sind eine vielversprechende Anwendung der digitalen Technologie im Bereich der Kunst. Neben Apps zur Darstellung von Kunst in einer virtuellen Umgebung ist ein weiterer Trend die Digitalisierung des Kunstbesitzes. Gemälde sind nicht nur schön zu haben, weil sie gut aussehen, sondern sie sind auch eine Wertanlage.

Eine Möglichkeit, den Kunstbesitz zu digitalisieren, ist eine Blockchain-Datenbank. Investoren können Kunst-Token kaufen, die das Eigentum oder Teileigentum an einem Gemälde oder einem anderen Kunstgegenstand darstellen. Diese Token können an einer Börse notiert und auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden, wodurch Kunst als Anlageklasse viel liquider und zugänglicher wird als je zuvor.

Obwohl diese Anwendungen bereits existieren, hat noch keine von ihnen den Weg in den Mainstream gefunden. Die Infrastruktur für Kunst-Token ist noch nicht entwickelt, und die Nachfrage ist gering. Da wir jedoch gerade erst den Beginn des digitalen Zeitalters erleben, ist es wahrscheinlich, dass die Kunst als Anlageklasse in Zukunft vollständig digital sein wird.

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