Das Liechtensteiner Bauunternehmen Hilti erweitert mit der strategischen Übernahme von Fieldwire sein Technologieangebot und seine internationale Präsenz. Das gemeinsame Ziel ist es, die Produktivität auf den Baustellen mit digitalen Werkzeugen zu verbessern.

Die in Liechtenstein ansässige Hilti Gruppe hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Fieldwire, einem in San Francisco ansässigen Unternehmen für Bautechnologie, getroffen. Das Software-Produktportfolio von Fieldwire wird die Marke Hilti erweitern und der Hilti Gruppe einen breiteren Marktzugang verschaffen. Ein weiteres wichtiges Ziel der strategischen Akquisition ist die Verbesserung der Produktivität in Bauunternehmen und auf Baustellen.

Hilti und Fieldwire

Die Hilti Gruppe hat ihren Sitz in Schaan, Liechtenstein, und beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter in über 120 Ländern. Sie beliefert die Bau- und Energiebranche weltweit mit technologisch führenden Produkten, Systemlösungen, Software und Dienstleistungen. Mit einem Umsatz von mehr als CHF 5,3 Milliarden im Jahr 2020 ist es ein führendes Unternehmen in Liechtenstein. Es befindet sich im Privatbesitz des Martin Hilti Family Trusts.

Fieldwire wurde 2013 gegründet und bietet eine führende Softwareplattform für das Baustellenmanagement. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in San Francisco und unterhält Niederlassungen in Phoenix und Paris. Im Jahr 2021 wurde es von Forbes zu einem der besten Startup-Arbeitgeber Amerikas ernannt. Zu den Investoren von Fieldwire gehören neben Hilti auch Menlo Ventures, Brick & Mortar Ventures, Formation8 und Bloomberg Beta.

Eine strategische Übernahme

Hilti kauft Fieldwire für rund 300 Millionen US-Dollar. Die Software wurde bereits auf mehr als 1 Million Baustellen weltweit eingesetzt, mit einer starken Marktpräsenz in Nordamerika. In den letzten Jahren hat das Unternehmen auch nach Europa und in den asiatisch-pazifischen Raum expandiert, wo es leicht abweichende Versionen seiner Plattform anbietet.

Die Plattform von Fieldwire ermöglicht ihren Nutzern die digitale Verwaltung ihrer Baustellen. Es handelt sich um eine einfach zu bedienende und hardwareunabhängige Software zur Steigerung der Produktivität. Sie wird sowohl von General- als auch von Spezialunternehmern eingesetzt.

Christoph Loos, CEO der Hilti Gruppe, erläutert die Hintergründe der Übernahme:

„Mit der Übernahme von Fieldwire stärken wir unsere Kompetenz, unseren Kunden durch Software eine höhere Produktivität zu ermöglichen. Da die Digitalisierung zu einem der wichtigsten Faktoren für die Produktivitätssteigerung in der Bauindustrie geworden ist, hat Hilti in digitale Lösungen für Bauprofis investiert. Diese Akquisition erweitert unser Software-Portfolio und ist der nächste logische Schritt in Richtung unserer Vision, der führende Digitalisierungspartner für unsere Kunden zu werden. Wir beabsichtigen, weiter in die Plattform zu investieren, um den zukünftigen Marktführer für Bauprojektmanagement-Software zu schaffen.“

Teams bleiben intakt

Fieldwire wird seine Softwarelösung weiter ausbauen. Am bestehenden Team wird es keine Veränderungen geben, da alle Mitarbeiter an Bord bleiben. Auch die Gründer Yves Frinault und Javed Singha werden ihre Führungsrolle weiterhin wahrnehmen. In den kommenden Jahren wird das Unternehmen erheblich ausgebaut, um seine Aktivitäten zu skalieren.

„Wir haben Fieldwire gegründet, um Bauunternehmern zu helfen, auf ihren Baustellen produktiver zu werden und stärkere, profitablere Unternehmen zu schaffen“, sagt Yves Frinault. „Mit Hilti haben wir einen Partner gefunden, der unsere Werte teilt und es uns ermöglicht, die Produktentwicklung für unsere Kunden in unseren bestehenden und neuen Märkten zu beschleunigen. Wir freuen uns sehr, Teil der Hilti Gruppe zu werden.“

Hilti und Fieldwire haben bereits vor der Übernahme eine enge Partnerschaft gepflegt. Hilti beteiligte sich 2017 an der Serie-B-Finanzierungsrunde von Fieldwire und unterstützte das Unternehmen bei seiner rasanten Entwicklung. Von nun an wird die Zusammenarbeit deutlich enger sein. Beide Unternehmen werden gemeinsam daran arbeiten, die Arbeit auf Baustellen weltweit einfacher und produktiver zu machen. Der Abschluss der Übernahme wird für das 4. Quartal 2021 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.

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