Der Digital Summit in Liechtenstein brachte Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen, um digitale Trends zu diskutieren. Informieren Sie sich über die diesjährigen Schwerpunktthemen.

Der Digital-Summit ist eine der Leitveranstaltungen von digital-liechtenstein.li. Die Konferenz fand am 19. Oktober in Vaduz statt und zog mehr als 300 Teilnehmer an, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter waren digitale Entscheidungsträger, Politiker, Vertreter der Finanzindustrie und Wirtschaftsinteressierte, die sich für digitale Themen und den Wirtschaftsstandort Liechtenstein interessieren.

Digitale Chancen

Wie jedes Jahr gab es Vorträge hochkarätiger Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, live in Vaduz und online per Live-Stream. Liechtensteins stellvertretende Regierungschefin und Wirtschaftsministerin Sabine Monauni eröffnete die Veranstaltung mit der Begrüssungsrede. Sie ging auf die Chancen und Risiken der Digitalisierung sowie auf die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Digitalisierung ein.

Liechtenstein selbst sei ein gutes Beispiel. Das Land hat Institutionen und Regulierungsbehörden geschaffen, um die digitale Transformation voranzutreiben und sogar neue Gesetze wie das Blockchain-Gesetz im Jahr 2020 eingeführt. Monauni betonte, dass Liechtenstein die besten Voraussetzungen habe, um erfolgreich in die digitale Zukunft zu gehen. „Packen wir es an, Schritt für Schritt, mit Mut und der nötigen Weitsicht“, sagte sie.

Als nächster Redner sprach der Zukunftsforscher Joël-Luc Cachelin über die Zukunft der Innovationen. Er lieferte mögliche Erklärungen dafür, warum digitale Innovationen oft wenig nachhaltigen Nutzen bieten und wie Unternehmen und Organisationen aus traditionellen Denkmustern ausbrechen können, um erfolgreich zu sein. Mehr dazu können Sie in seinem neuen Buch „Antikörper – Innovation neu denken“ lesen.

Der Aufstieg der Cyber-Bedrohungen

Der Star der diesjährigen Veranstaltung war der weltbekannte Cybersicherheitsexperte Eugene Kaspersky. Er ist Mitbegründer des heute weltweit größten privaten Anbieters von Endpunktschutz- und Cybersicherheitslösungen. In seiner Keynote mit dem Titel „Cyber-Immunität für das Cyber-Zeitalter“ sprach Kaspersky über die zunehmenden Cybersicherheitsrisiken und Möglichkeiten, sich zu schützen.

„Wir können davon ausgehen, dass die Angriffe von Cyberkriminellen in den nächsten zehn Jahren sowohl in ihrer Komplexität als auch in ihrem Volumen exponentiell zunehmen werden“, sagte Kaspersky. „Das Problem wird also in absehbarer Zeit nicht vollständig gelöst sein.“

Kaspersky kam aus Moskau nach Liechtenstein, um am Digital Summit teilzunehmen und Politiker zu treffen. Er tauschte sich mit Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und Regierungschef Daniel Risch aus. Liechtenstein ist sich der zunehmenden Cyber-Bedrohungen bewusst, wie der Hack an der Universität Liechtenstein kürzlich gezeigt hat. Die Polizei hat eine Spezialeinheit zur Bekämpfung der Cyber-Kriminalität eingerichtet.

Die Zukunft der Arbeit

Den Abschluss der Konferenz bildete Catrin Hinkel, Leiterin von Microsoft Schweiz, die sich mit den Herausforderungen der neuen Arbeitswelt auseinandersetzte. In ihrer Keynote „Der Geist ist aus der Flasche“ erklärte sie, wie die Corona-Pandemie die traditionellen Arbeitsstrukturen überholt hat und welche Lehren aus dem vergangenen Jahr gezogen werden können. Sie schlug vor, die Pandemie als Chance zu nutzen, um die derzeitigen Arbeitsmodelle und den Kundenservice neu zu gestalten und den Sprung ins digitale Zeitalter zu schaffen.

Breakout-Sitzungen

Neben den Keynotes gab es auf dem Digital Summit mehrere Breakout-Sessions. Themen waren Cybersicherheit, Blockchain und die Datenwirtschaft. Kaspersky und MTF Micomp präsentierten Cybersicherheit. Das Liechtensteiner Blockchain-Einhorn Aeternity und das Innovation Center RhySearch gaben Einblicke in die neuesten Blockchain-Anwendungen. Microsoft zeigte, wie eine intelligente Datenwirtschaft neue Geschäftsmodelle ermöglicht.

Digitalunternehmerin Sunnie Groeneveld moderierte den Digital Summit. Organisiert wird er von der lokalen Initiative digital-liechtenstein.li, die den Wirtschaftsstandort Liechtenstein bei seiner digitalen Transformation unterstützt und von mehr als 50 Unternehmen und Organisationen sowie der liechtensteinischen Regierung getragen wird.

Image: © Digital Summit