Die Börse Stuttgart etabliert sich zunehmend als führender digitaler Akteur unter den regulierten Börsen Europas. Sie hat nun ihr Angebot erweitert und bietet zusätzliche Depotlösungen für institutionelle Kunden und ein ETP, das umgekehrt mit Bitcoin korreliert ist.

Die Börse Stuttgart, die zweitgrößte Börse Deutschlands, ist einer der fortschrittlichsten digitalen Börsenakteure in Deutschland. Erst im letzten Monat feierte ihre Krypto-Währungshandelsapplikation BISON ihr Jubiläum, mit mehr als 80.000 Nutzern in den zwölf Monaten seit der Einführung.

Und die Börse baut ihr digitales Angebot weiter aus. Nachdem sie im Oktober letzten Jahres ihre digitale Handelsplattform BSDEX eingeführt hat, erweitert sie nun ihre Kryptowährungs-Custody-Dienstleistungen für institutionelle Anleger und hat einen Short Bitcoin ETP gelistet.

Blocknox: Krypto-Custody-Lösungen für institutionelle Anleger

Wie am Dienstag bekannt gegeben wurde, bietet Blocknox, eine Tochtergesellschaft der Stuttgarter Börse, bereits die Verwahrung von Krypto-Assets auf „Escrow-Basis“ an und stellt den Service den Nutzern der BISON-App der Börse Stuttgart und ihrer Digital Asset Exchange BSDEX zur Verfügung. Ziel des Dienstes ist es, die Verwahrung von Krypto-Währungen und „anderen digitalen Assets“ außerhalb der eigenen Angebote der Gruppe zu ermöglichen.

„Als Pionier in Deutschland ist Blocknox bereits seit mehr als einem Jahr als Verwahrer von Kryptowährungen tätig“, sagte Dr. Ulli Spankowski, Geschäftsführer von Blocknox und Chief Digital Officer der Gruppe. „Jetzt wollen wir, dass auch institutionelle Kunden von unserer Erfahrung und unserem Aufbau profitieren. Sie können die zuverlässige Verwahrung von Blocknox als Baustein für ihre eigenen Dienstleistungen rund um digitale Assets nutzen.“

Der Service richtet sich an institutionelle Kunden wie Banken und Vermögensverwalter. Er setzt ein „mehrstufiges Sicherheitskonzept“ ein, um den spezifischen technologischen, operativen und regulatorischen Anforderungen institutioneller Handelsunternehmen gerecht zu werden.

Nach Angaben von Blocknox-Vertretern hat das Unternehmen der BaFin bereits seine Absicht mitgeteilt, eine Krypto-Lizenz zu beantragen. Seit Januar 2020 müssen Banken und andere Custody-Dienstleister eine solche Lizenz beantragen. Blocknox plant, den endgültigen Antrag vor der gesetzten Frist zu stellen, um ein regulierter Finanzdienstleister zu werden.

Spankowski glaubt, dass die neuen Regelungen eine „weitere Professionalisierung“ der Krypto-Branche bringen und wahrscheinlich mehr Institutionen zum Markteintritt bewegen werden. 

Neue Notierung: SBTC wettet gegen Bitcoin

Neben einem breiteren Angebot an Custody-Dienstleistungen baut die Börse Stuttgart auch ihre Krypto-Listings aus. Am 25. Februar gab die Börse die Notierung eines börsengehandelten Short Bitcoin-Produkts (ETP) mit dem Ticker SBTC bekannt.

Der SBTC steht in umgekehrter Korrelation zu den Kursschwankungen der Kryptowährung. Er bietet Anlegern eine positive Rendite, wenn Bitcoin an Wert verliert – abzüglich einer täglichen Verwaltungsgebühr. Das Produkt ist vollständig 1:1 mit dem entsprechenden Basiswert abgesichert und hat eine deutsche Wertpapierkennnummer (WKN: A2781V).

Es handelt sich jedoch nicht um ein neues Produkt, da es bereits an der Schweizer Börse SIX gehandelt wurde. Der Emittent 21Shares – ehemals Amun – will mit der Kotierung auch in Deutschland eine breitere Investorenbasis erreichen. Hany Rashwan, CEO von 21Shares, sagte: „Investoren in Deutschland haben eine starke Unterstützung für frühere Krypto-Angebote gezeigt“, und das Unternehmen reagiert auf diese Nachfrage.

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