Die erste formell genehmigte STO in Deutschland wurde gerade abgeschlossen. Bitbond verfehlte zwar sein Fundraising-Ziel, aber das STO war immer noch ein Meilenstein für das Blockchain-basierte Fundraising in Deutschland und darüber hinaus.

Bitbond’s STO schloss am Montag, den 8. Juli. Es war das erste STO in Deutschland, das von der Bafin, der Aufsichtsbehörde für die nationalen Finanzmärkte, genehmigt wurde. Das im März 2019 gegründete STO hat über 2,1 Millionen Euro von Investoren aus der ganzen Welt eingeworben.

Bitbond hat die folgenden Details auf Twitter veröffentlicht:

  • Die STO sammelte Gelder von Investoren aus 87 verschiedenen Ländern.
  • Affiliates verdienten mehr als 32.000 € an Provisionszahlungen für die Förderung der STO.
  • Mehr als 1.000 Presseartikel berichteten über die STO.

2,1 Mio. € aufgenommen: STO hat sein Fundraisingziel verfehlt

Der Bitbond STO war ein Meilenstein für STOs in Deutschland und darüber hinaus. Erstmals hatte die Bafin einen Prospekt für ein öffentlichen Security Token-Angebot genehmigt.

Ein First-Mover zu sein, hat gute und schlechte Seiten. Einerseits wäre die Berichterstattung in der Presse deutlich geringer gewesen, wenn es sich nur um eine von vielen STOs gehandelt hätte. Auch diejenigen, die einen Security-Token kaufen wollen, haben an dieser Stelle keine grosse Auswahl. Auf der anderen Seite sind Security-Token-Verkäufe ein völlig neues Konzept, an das sich die Anleger noch nicht gewöhnt haben.

Letzteres war wahrscheinlich der Faktor, der die Performance des STO am meisten belastete. Bitbond hatte ein Fundraisingziel von 3,5 Mio. €. Mit 2,1 Millionen Euro haben sie ihr Ziel verfehlt.

Der Hard Cap von 100 Millionen Euro war von Anfang an unrealistisch, aber die STOs haben sich immer hohe Ziele gesetzt, sonst machen sie sich für institutionelle Investoren unattraktiv.

BB1 erhielt seine ISIN nur eine Woche vor dem STO-Schluss

Interessanterweise zog das STO Investoren aus 87 verschiedenen Ländern an, obwohl wir das tatsächliche Fundraising-Volumen, das von internationalen Investoren kam, nicht kennen.

Der BB1-Token hatte nur eine Woche vor dem Abschluss der STO eine internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) erhalten.  ISIN identifiziert ein Wertpapier weltweit eindeutig und ist für viele institutionelle Anleger eine Voraussetzung dafür, dass ein Wertpapier investierbar und handelbar ist.

Lektion gelernt für andere STOs: Beantragung einer ISIN in einem frühen Stadium des Prozesses!

Ausblick: Token-Listing an zwei Börsen und Bitbond könnte in Zukunft Emissionsdienstleistungen anbieten

Laut CryptoGlobe hat Bitbond mit zwei renommierten digitalen Börsen Kooperationsverträge abgeschlossen, um den BB1-Token für den Sekundärhandel zu listen. Einer von ihnen ist die Gibraltar Stock Exchange, so der Twitter-Kanal von Bitbond. Da die formalen rechtlichen Anforderungen jedoch noch nicht geklärt sind, ist die Zusammenarbeit noch nicht angekündigt.

Angeblich haben andere Wertpapieremittenten Bitbond angefragt, um als White-Label-Lösung Emissionsdienstleistungen und Token-Generierung on-chain anzubieten. Da Bitbond das erste offiziell zugelassene STO in Deutschland war, wollen nun auch andere Unternehmen von dem gewonnenen Know-how profitieren. Bitbond prüft diese Möglichkeiten und könnte in Zukunft anderen Unternehmen Emissionsdienstleistungen anbieten.

Somit könnte aus diesem STO noch mehr für Bitbond herauskommen als die 2,1 Mio. €, die aufgenommen wurden. Ob das STO ein Erfolg war oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. 2,1 Mio. € zu erreichen ist eine Leistung. Deswegen ein Lob an das Bitbond-Team, dass es den Mut hatte, es zu tun.

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