Die Jugendorganisation aha Liechtenstein arbeitet mit Partnern aus Österreich und Deutschland an der Entwicklung einer digitalen Toolbox. Ziel ist es, jungen Menschen zu helfen, sich über digitale Kanäle in die Gesellschaft einzubringen und Jugendarbeiter und Bildungsexperten dabei zu unterstützen, junge Menschen besser zu fördern.

Junge Menschen für digitale Aktivitäten zu begeistern, scheint einfach. Welcher Teenager hängt nicht gerne an seinem Handy oder spielt Videospiele? Aber es geht nicht nur um Spiele. Eine zentrale Herausforderung für Eltern und Pädagogen besteht darin, Kindern beizubringen, wie sie digitale Kanäle verantwortungsvoll nutzen und sich an nützlichen digitalen Aktivitäten beteiligen können.

Darum geht es im EU-Projekt „Fit for European Youth Work Practice: e-Participation digital, diverse, hybrid“ (FITDDJI). Es ist ein gemeinsames Projekt von aha Liechtenstein, einer Jugendorganisation, die Aktivitäten und Förderprogramme für junge Menschen organisiert, aha Vorarlberg und der deutschen Jugendagentur Baden-Württemberg.

Digitaler Werkzeugkasten

Ziel von FITDDJI ist es, junge Menschen in einen umfassenden Partizipationsprozess einzubinden, auch online. Um Jugendliche für die digitale Partizipation fit zu machen, müssen sie mehr über Online-Interaktion wissen als Gaming oder Social Media.

Das Projekt begann mit einem digitalen Kick-Off, einem zweitägigen Workshop, der in Vorarlberg, Österreich, stattgefunden hat. Jugendliche, Jugendbetreuer und Experten aus dem Bildungsbereich entwickelten einen Prototyp für eine digitale Toolbox, die jungen Menschen bei digitalen Interaktionen helfen soll.

Die digitale Toolbox ist eine Website, die grundlegende Informationen über die wichtigsten Plattformen und deren Funktionen, Datensicherheit, Kosten, Vor- und Nachteile bereitstellt. Auf diese Weise verstehen die Jugendlichen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kanäle, wie sie sich auf ihre Privatsphäre auswirken können und wie sie sie am besten nutzen.

Nächste Schritte

Der nächste Schritt wird die Feinabstimmung der bisher entwickelten Prototypen sein. Zum Beispiel wird es in der digitalen Seminarbox Tools geben, die auf die Bedürfnisse der Zielgruppe „Menschen, die mit jungen Menschen arbeiten“ zugeschnitten sind.

Der neunzehnjährige Victor Claußen, der ebenfalls an dem Projekt beteiligt ist, erklärt: „Im Jugendzentrum habe ich immer wieder den Eindruck gewonnen, dass es gar nicht so einfach ist, junge Menschen digital zu erreichen. Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich als junger Mensch gerne Ideen in das Projekt einbringen möchte.“

Damit spricht er einen wichtigen Punkt an: Menschen, die mit Teenagern arbeiten, die oft nicht als Digital Natives aufgewachsen sind, verstehen nicht immer, wie Kinder digitale Werkzeuge nutzen und welche Werkzeuge sie verwenden. Ein Ziel des Projekts ist es daher, Jugendbetreuern und pädagogischen Fachkräften ein solideres Verständnis für den digitalen Raum zu vermitteln.

Workshop am 14. Dezember

Der nächste Workshop findet am 14. Dezember 2022, von 17 bis 20 Uhr bei aha Dornbirn statt. Mit kreativen Design Thinking Methoden werden die Prototypen weiter verbessert. Jeder, der mitmachen, Feedback oder Input geben möchte, ist willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Interessierte können sich bei Annette Bernhard 05572 52212-23 oder annette.bernhard@aha.or.at anmelden.

Insgesamt ist das ein lohnendes Projekt, und es ist toll, dass aha Liechtenstein mitmacht. Die Fortschritte bei solchen Tools könnten auch helfen, die digitale Jugendarbeit in Liechtenstein zu verbessern.

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