Heute geben wir Baugenehmigungsanträge noch in Papierform ab. Doch das soll sich ändern. Das ABI plant eine digitale Roadtmap, die das Amt und seine Prozesse deutlich modernisieren soll.

Das Amt für Bau und Infrastruktur (ABI) ist die Institution für alles rund ums Bauen in Liechtenstein. Wenn eine Privatperson ein neues Haus bauen möchte, eine Firma eine neue Fabrik bauen will oder die Regierung eine neue Strasse plant: Sie müssen eine Genehmigung bei der ABI beantragen. Bislang geschieht das meist auf dem Papier. Doch das wird sich bald ändern.

Die ABI plant nun eine Digitalisierungsinitiative, die es ermöglicht, Genehmigungsanträge in Zukunft digital einzureichen. Das Ziel ist eine digitale Plattform, auf der die Menschen ihre Dokumente einfach hochladen können.  Die Idee wurde während der Corona-Pandemie geboren, als alle möglichen öffentlichen Angelegenheiten plötzlich schwierig wurden. So wie private Unternehmen den Drang zur Digitalisierung erkannt haben, haben es auch öffentliche Einrichtungen getan.

Mehrere Projekte in Arbeit

Die ABI will kundenorientierter und digitaler werden. Das bedeutet natürlich eine Menge Arbeit und Veränderung. Aber es gibt viele Potenziale, um das Amt zu modernisieren. „Wir treiben wichtige Projekte für das Land Liechtenstein voran“ , fasst Amtsleiter Romano Kunz die Kernaufgabe des ABI zusammen.

Das Projekt befindet sich derzeit in der Planungsphase. Das ABI bereitet die Umstellung der Prozesse auf die digitale Aktenführung LiVE ab Ende des Jahres vor. Gemeinsam mit dem Amt für Informationstechnik arbeitet ABI an einer Digitalisierungs-Roadmap für das Projekt DiRoll. In diese Roadmap werden alle IT-Projekte der ABI einfliessen.

Ziel ist es, eine bessere Gesamtplanung und Koordination für Bauprojekte in Liechtenstein zu erreichen. Im Baurecht will die ABI bis Ende 2021 eine elektronische Baubewilligungsplattform anbieten. Künftig könnten Bauanträge dann digital eingereicht werden. Darüber hinaus ist gerade ein zentrales Scan-Projekt angelaufen, das 2021 umgesetzt werden soll. Das ABI wird in Abstimmung mit der digitalen Aktenverwaltung LiVE die Papierpost der Landesverwaltung scannen und intern elektronisch verteilen.

Damit die Plattform reibungslos funktioniert, muss sie alle beteiligten Ämter bedienen. Der Architekt wird automatisch benachrichtigt, wenn Dokumente fehlen und die Informationen erreichen alle Beteiligten schneller. Insgesamt wird dadurch die Qualität verbessert und Zeit für alle gespart.

Liechtensteins digitaler Vorteil

Das ABI-Projekt zeigt, dass sich der digitale Trend auch in öffentlichen Einrichtungen beschleunigt hat. Was es den Institutionen in Liechtenstein leichter macht, solche Projekte voranzutreiben, ist, dass das Parlament die gesetzlichen Grundlagen für digitale Projekte bereits verbessert hat und signalisiert hat, dies auch weiterhin zu tun, um seine Infrastruktur zu modernisieren.

Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass Liechtenstein eher klein ist. Dennoch haben auch grössere Länder, wie das benachbarte Deutschlan,  Projekte zur Modernisierung und Digitalisierung ihrer Verwaltung angekündigt. Leider wird es dort wohl deutlich länger dauern, bis solche Projekte realisiert werden können.

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